Attacke in London : Deutsche Spitzenpolitiker sind bestürzt über Angriff

Deutsche und internationale Spitzenpolitiker haben Großbritannien ihr Mitgefühl ausgesprochen. Zugleich warnten sie vor voreiligen Schlüssen.

Bundeskanzlerin Merkel: "Wir stehen fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens."
Bundeskanzlerin Merkel: "Wir stehen fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens."Foto: AFP/Odd Andersen

Spitzenpolitiker in Deutschland haben mit Bestürzung auf die Attacken in London reagiert. „Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich“, erklärte der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwochabend in Berlin. „In Gedanken bin ich bei den Opfern und Verletzten und bei denen, die um einen nahen Menschen trauern oder fürchten“, betonte Steinmeier. Ihnen gelte Mitgefühl. „In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, sie habe mit Bestürzung „von den Angriffen auf Polizisten und Passanten im britischen Parlament und in dessen Nähe erfahren“. Sie denke „in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London“. Ihre Gedanken seien vor allem bei den Verletzten, denen sie Genesung wünsche. Die Kanzlerin ergänzte: „Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens.“

Bundesaußenminister Sigmar äußert sich "erschüttert über die Anschläge in London". "Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass dieses Attentat in der Nähe des britischen Parlaments ausgeführt wurde und damit auch gezeigt werden sollte, dass man das Herz unserer Demokratien angreifen wollte", sagte er während seines Besuches in Griechenland. "Deshalb ist das ein Anschlag auf uns alle."

Merkel, de Maizière und Schulz sprechen Briten Solidarität aus

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller äußerte sich zu den Anschlägen in London. Am Rande einer SPD-Veranstaltung im Festsaal Kreuzberg sagte Müller: "Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass Freunde zusammenstehen."

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) erklärte, dass die Sicherheitsbehörden in engem Kontakt mit ihren britischen Kollegen stünden. Auch er warnte vor voreiligen Schlüssen: „Noch ist nicht abschließend geklärt, welches Motiv der brutalen Tat zu Grunde lag. Vieles spricht für einen terroristischen Hintergrund. In jedem Fall stehen wir in dieser schweren Stunde in engster Solidarität an der Seite unserer britischen Freunde.“

Der SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz drückte dem Vereinigten Königreich sein Mitgefühl aus. „Was auch immer die Hintergründe sind: Ich bin schockiert über die Attacke in London“, teilte Schulz über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ In einer englischsprachigen Twitter-Mitteilung sprach Schulz von „schrecklichen Nachrichten“ aus London.

Politiker aus Europa und den USA verurteilen den Anschlag

Die katholische Kirche in England und Wales sowie die Diözese London teilten mit, dass ihre Gedanken und Gebete bei den Betroffenen seien. Der Rat der britischen Muslime zeigte sich geschockt und verurteilte den Angriff im Londoner Regierungsviertel.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratschef Donald Tusk haben sich entsetzt über die Terrorangriffe in London gezeigt. „Wir sind bei den Opfern der #LondonAttacks. Ich bin heute sehr emotional. Habe nicht genügend Worte um zu beschreiben, wie ich mich fühle“, zitierte die Kommission Juncker beim Kurznachrichtendienst Twitter. Tusk schrieb: „Meine Gedanken sind bei den Opfern des Westminster-Angriffs.“ Europa stehe im Kampf gegen den Terror entschieden an der Seite Großbritanniens und sei bereit zu helfen.

Frankreich sicherte den Briten und Premierministerin Theresa May Solidarität und Unterstützung zu. „Der Terrorismus betrifft uns alle(...)“, sagte Staatspräsident François Hollande. „Man sieht, dass man sich europäischer Ebene organisieren muss, und sogar darüber hinaus“, fügte er hinzu. Hollande wies darauf hin, dass Frankreich unter Terrorattacken gelitten habe.

US-Außenminister Rex Tillerson verurteilt den "schrecklichen Gewaltakt" von London und spricht den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Wie das US-Präsidialamt mittteilt, telefonierte US-Präsident Donald Trump mit der britischen Premierministerin Theresa May. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt.

Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat die mutmaßlichen Terrorattacken in London verurteilt und seine Anteilnahme ausgedrückt. „Italien steht dem britischen Volk und der Regierung bei im Angesicht der Attacke, die das Herz von London und der demokratischen Institutionen getroffen hat“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwochabend. Italien und das Vereinigte Königreich stünden Seite an Seite in ihrer Antwort „auf jede Form von Terrorismus“.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Anschlag von London verurteilt. Er versicherte dem Königreich die Solidarität der Bündnispartner.

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