Politik : Aufnahmen von Enthauptung gestellt?

Burkhard Schröder

Berlin - Rechtsmediziner hegen Zweifel, ob das Video von der Ermordung des US-Bürgers Nicholas Berg echt ist. Der Clip war am 11. Mai auf einer Website in Malaysia angeboten wurden und zeigt angeblich Berg, der vor laufender Kamera enthauptet wird. Die angesehenen Rechtsmediziner John Simpson aus Melbourne und John Nordby vom „American Board of Medicolegal Death Investigators“ behaupten in der Hongkonger Zeitung „Asia Times“, die Tat könne so nicht stattgefunden haben, wie sie der Film zeigt. Dort sieht man kaum Blut.

Bergs Leiche war am 8. Mai in Bagdad gefunden worden, drei Tage später wurde das Video veröffentlicht. Neben Verschwörungstheorien gibt es inzwischen auch zahlreiche ernst zu nehmende Bedenken, ob der Film das zeigt, was die Terroristen behaupten. Ton und Bild in dem Video wurden nachträglich editiert. Wesentliche Teile, unter anderem die Enthauptung selbst, fehlen. Es liegt nahe, dass die Täter, fünf maskierte Männer, den Eindruck erwecken wollen, das Opfer sei von ihnen getötet worden.

Volkmar Schneider, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Berliner Charité, teilt die Meinung seiner Kollegen. Eine derartige Tat sei mit großem Blutverlust des Opfers verbunden und technisch kaum in kurzer Zeit zu bewerkstelligen, so Schneider.

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