Ausschluss der Presse : Der AfD fehlt der Mut zur Wahrheit

Dass die AfD Journalisten von Parteitagen ausschließt, wird ihr noch schaden. Der Vorwurf der "Lügenpresse" läuft dann ins Leere. Ein Kommentar.

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Mut zur Wahrheit fordert die AfD - hier konkret Parteivize Alexander Gauland.
Mut zur Wahrheit fordert die AfD - hier konkret Parteivize Alexander Gauland.Foto: dpa

Lügenpresse, Lückenpresse oder Pinocchio-Presse: Wenn es um die Herabsetzung von Journalisten geht, kennt die Kreativität der AfD keine Grenzen. In Baden-Württemberg geht die Partei nun noch einen Schritt weiter: Pressevertreter sollen vom Listenparteitag am Wochenende gleich ganz ausgeschlossen werden. Diese Strategie straft nicht nur die von der AfD stets erhobene Forderung nach Transparenz Lügen. Sie könnte der Partei auch noch aus anderen Gründen schaden.

Denn die AfD hat Journalisten bisher auch aus einem ganz simplen Grund beschimpft: Sie wollte mehr Platz in der Berichterstattung bekommen. Je heftiger die Rechtspopulisten zum Beispiel die öffentlich-rechtlichen Sender angriffen, desto häufiger wurden sie dort in Talkshows eingeladen. Die Furcht war groß, dass die AfD sich sonst als Märtyrer präsentieren könnte. Doch wo keine Pressevertreter zugelassen sind, läuft auch der Vorwurf der angeblichen Lügenpresse ins Leere. Die Partei ist sich offenbar sicher, dass sie die Öffentlichkeit über ihre eigenen Kanäle erreichen kann. Wenn sie sich da mal nicht täuscht: Ohne Massenmedien wäre der Aufstieg der AfD nicht möglich gewesen.

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