Politik : Autokraten

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Das Wichtigste zuerst: Das Traumauto des deutschen Kanzlers ist ein schwarzer Porsche, das seines Herausforderers ein BMW-Roadster Z 8 in Silbergrau. Nachzulesen ist das PS-starke Bekenntnis in der jüngsten Ausgabe der „ADAC Motorwelt“. Zwischen Artikel über Reifen („Schluss mit dem Plattfuß“) und über Sekundenschlaf („Wie müde sind Reisende auf dem Weg in den Urlaub?“) präsentiert das Organ des millionenstarken Verbands den „Kandidaten-Check“ mit Gerhard Schröder und Edmund Stoiber und setzt die beiden auch gleich in ihre Wunschwagen – natürlich nur in einer Fotomontage. Wichtigste Erkenntnis aus 19 Fragen und Antworten: Brav bemühen sich beide Kandidaten, ja keinen Autofahrer zu verprellen. Frage: Sehen Sie sich als Autokanzler? Schröder: „Das sind solche Klischees.“ Stoiber: „Das wäre zu eng.“ Frage: Interessieren Sie sich für alternative Energien? Kanzler: „Ja, sehr.“ Herausforderer: „Ja, sehr.“ Nur bei der suggestiven Frage „Ärgern Sie sich auch über die Ökosteuer?“ kann der Bayer gründlich abräumen, während der Chef von Rot-Grün nur verspricht, die nächste Ökosteuererhöhung werde die letzte sein. Zum Schluss folgt eine etwas scheinheilige Anleitung, wie die Aussagen neutral zu bewerten seien. Wenn die Mitglieder des ADAC ähnlich einseitig denken wie ihre Oberen schreiben lassen, dürfte Stoiber als Sieger schon feststehen. Der CSU-Politiker ist im Gegensatz zum SPD-Chef schließlich auch ADAC-Mitglied. Übrigens, wie viele Punkte gibt es für die Aussage „Meine Frau sitzt fast immer am Steuer“ (Schröder) und „Meistens fährt meine Frau“ (Stoiber)? Wir schlagen vor: Trotz Porsche und BMW Z 8 volle Punktzahl.Hans Monath

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