Politik : Bahnspitze bleibt in Berlin

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Berlin - Der Vorstand der Deutschen Bahn wird nicht nach Hamburg umziehen. Bei einem Telefonat mit Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) habe Bahnchef Hartmut Mehdorn versichert, „dass dies nicht zur Debatte steht“, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Tagesspiegel am Donnerstag. Dadurch werde aber offen gelassen, ob eventuell die Logistiksparte des Konzerns nach Hamburg geht. Ein Bahnsprecher sagte, es handele sich nicht um einen „Rückzieher“. Die Gespräche mit dem Hamburger Senat über eine mögliche Beteiligung an landeseigenen Unternehmen würden weiter geführt. Dabei sei auch die „Verlagerung zentraler Funktionen“ ein Thema, hieß es.

Ende November waren die Gespräche zwischen Bahn und Hamburg bekannt geworden. Der Erste Bürgermeister Ole von Beust hatte seitdem immer betont, dass es ihm besonders um den Umzug der Bahnspitze an die Elbe gehe. Dagegen hatte sich der Bund als Alleineigentümer der Bahn aus strukturpolitischen Gründen ausgesprochen.

Am Donnerstag hieß es nun in einer Stellungnahme von Beusts, Grundlage der Gespräche mit der Bahn sei „das Denkmodell“ bestehend aus „Umzug von Vorstand, Konzernleitung und Konzernfunktionen nach Hamburg“. Im Gegenzug solle die Bahn schrittweise die Mehrheit an der Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG erhalten. „Es gibt nach unseren Erkenntnissen keinen Hinweis darauf, dass der Vorstand der Deutschen Bahn AG von diesen Grundsätzen abweicht“, sagte von Beust.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit begrüßte dagegen die Klarstellung des Konzerns. „Die Bahn bleibt in Berlin. Darüber freue ich mich“, sagte er. Mit der Bahn solle schon bald über einen neuen Firmensitz gesprochen werden. Der Mietvertrag für den Bahntower am Potsdamer Platz läuft nur noch rund drei Jahre. hop

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