Politik : Balkan-Krise: Kosovo-Schutztruppe beschlagnahmt Waffenlager

Die Kosovo-Schutztruppe Kfor hat an der Grenze zu Mazedonien ein umfangreiches Waffenlager der albanischen Rebellen beschlagnahmt. Wie eine Sprecherin der internationalen Friedenstruppe am Montag erklärte, wurden am Wochenende eine Lkw-Ladung Sprengstoff sowie zahlreiche Gewehre und Munition entdeckt. Im Lauf der vergangenen Woche wurden zudem 30 albanische Extremisten verhaftet.

Unterdessen erlitten die Verhandlungen über eine Aufwertung der Rechte der albanischen Minderheit in Mazedonien einen Rückschlag. Die oppositionelle albanische Partei der Demokratischen Prosperität (PDP) boykottierte am Montag zum ersten Mal die wöchentliche Gesprächsrunde aller maßgeblichen Parteien. Unter dem Vorsitz des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski waren in den letzten Wochen jeweils montags die Spitzenvertreter aller Parteien zusammengekommen, um Auswege aus der Krise seit den Angriffen albanischer UCK-Milizen in Nordostmazedonien zu suchen. PDP-Generalsekretär Muhamed Halili erklärte, die Gesprächsrunde sei "nicht gut vorbereitet gewesen". Präsident Trajkovski habe ein Thesenpapier vorgelegt, das "keine neuen Angebote" enthalten habe. Die in der Regierung vertretene zweite albanische Partei, die Demokratische Partei der Albaner (DPA), nahm an dem Gespräch teil. Die albanische Volksgruppe, die mindestens 23 Prozent der Bevölkerung ausmacht, fordert mehr Gleichberechtigung im Alltag und die verfassungsmäßige Anerkennung als Staatsvolk.

Von den Kämpfen alarmiert, drängt auch die Europäische Union auf eine politische Lösung. Am Montag wurden EU-Außenkommissar Patten und der EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, Solana, zu Gesprächen in Skopje erwartet. Es ist bereits Solanas zweiter Besuch in Mazedonien innerhalb einer Woche.

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