Politik : Barak und Arafat wollen Verhandlungen beschleunigen

Zu einem Gipfeltreffen über Streitfragen im Friedensprozess sind Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Israels Ministerpräsident Ehud Barak in der Nacht zum Mittwoch zusammengekommen. Das Treffen, das nach israelischen Rundfunkberichten in der palästinensischen Stadt Ramallah stattfand, war von Baraks Büro bis zuletzt geheim gehalten worden. Die dreistündige Konferenz, an der auch Israels Außenminister David Levy teilnahm, sei in offener und freundlicher Atmosphäre geführt worden, erklärte Baraks Amt. Israel sei zuversichtlich, dass die Hürden auf dem Weg zum Frieden überwunden werden.

Barak und Arafat sprachen nach Angaben von Baraks Sprecher Baltiansky über Möglichkeiten, wie die bilateralen Verhandlungen beschleunigt werden könnten, damit der anspruchsvolle Zeitplan eingehalten wird: eine Rahmenvereinbarung bis Februar und ein Abkommen über den endgültigen Status der palästinensischen Gebiete bis September 2000. Unterhändler sollten sich am Mittwoch zu weiteren Gesprächen treffen. Dabei sollte es um die Übergabe von weiteren fünf Prozent des besetzten Westjordanlandes an die Palästinenser gehen.

Barak hatte erklärt, dass die Gespräche mit Syrien die Verhandlungen mit den Palästinensern nicht beeinträchtigen dürften. Die israelisch-syrischen Gespräche sollen am 3. Januar fortgesetzt werden. Als Tagungsort bestimmte die gastgebende Regierung der Vereinigten Staaten am Dienstag die Ortschaft Shepherdstown in West Virginia, 112 Kilometer von Washington entfernt. Die Kleinstadt wurde zum einen wegen ihrer abgelegenen Beschaulichkeit, zum anderen wegen der Nähe zu Washington gewählt.

Israels Armee hat unterdessen Medienberichten zufolge Ministerpräsident Barak einen detaillierten Abzugsplan aus der so genannten Sicherheitszone vorgelegt. Die israelische Zeitung "Maariv" berichtete am Mittwoch, die Armee wolle bereits Anfang 2000 mit der Verwirklichung des Plans mit dem Codenamen "Neuer Horizont" beginnen.

Der Plan umfasst demnach mehrere Bereiche wie die künftige Geheimdienstarbeit, technologische Veränderungen, Logistik und Personalfragen. Ziel sei die Räumung der seit 1985 von Israel kontrollierten Sicherheitszone bis zum Juli kommenden Jahres als Teil eines Abkommens mit Libanon und Syrien. Bereits Anfang des Jahres sollen nach diesen Angaben die Bauarbeiten an der israelisch- libanesischen Grenze beginnen.

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