Politik : Barroso will Luxusreisen erklären

Thomas Gack

Brüssel - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ist bereit, vor dem Europaparlament über seinen Urlaub auf der Yacht seines griechischen Freundes Spiros Latsis Rede und Antwort zu stehen. Barroso hat aus Moskau, wo er derzeit Gespräche mit der russischen Regierung führt, den Präsidenten des EU-Parlaments Josep Borrell angerufen, um ihn über die Einladung auf das Schiff des griechischen Milliardärs aufzuklären.

Er habe sich nichts vorzuwerfen, hatte Barroso diese Woche mehrfach erklären lassen. Der sechstägige Aufenthalt auf der Yacht seines alten Studienfreundes Latsis im August vergangenen Jahres während der Olympischen Spiele sei rein privater Natur gewesen. Barroso fügte hinzu, dass er es sich auch als Präsident der Brüsseler EU-Behörde nicht nehmen lassen werde, Kontakt zu seinen Freunden zu halten und sich einladen zu lassen.

Barroso hat offenbar auch im Jahr 2003, als er noch portugiesischer Premier war, einige Tage Urlaub bei seinem langjährigen Freund Spiros Latsis verbracht. Die portugiesische Opposition hatte zuvor ebenfalls einen Luxusurlaub Barrosos kritisiert, zu dem sich der damalige Ministerpräsident zum Jahreswechsel 2002/2003 von dem Unternehmer Joao Pereira Coutinho hatte einladen lassen, einem der reichsten Männer Portugals.

„Der Kommissionspräsident steht dem Parlament aber für Fragen zur Verfügung, wenn dies gewünscht wird“, erklärte Françoise Le Bail, die Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel. Bisher hat dies nur der Fraktionsvorsitzende der Sozialisten, der SPD-Europaabgeordnete Martin Schulz, gefordert.

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