Bayerns Grüne : Bio-Bauer zum Spitzenkandidaten nominiert

Bayerns Grüne haben ihren Landesvorsitzenden Sepp Daxenberger zum alleinigen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im September nominiert. Mit ihm wollen sie der CSU den Kampf ansagen - und ihn gewinnen.

AugsburgDer 46 Jahre alte Bio-Bauer Sepp Daxenberger aus dem oberbayerischen Waging am See erhielt am Samstag beim Wahlparteitag in Augsburg 93 Prozent der gültigen 232 Stimmen. Als Wahlziel gab Daxenberger die Ablösung der CSU von der Regierung aus. Der Parteitag stimmte außerdem dafür, alle religiösen Symbole aus Bayerns Schulen zu verbannen - das Kreuz ebenso wie das Kopftuch.

Die Grünen rechnen am 28. September mit einem Rekordergebnis von mehr als zehn Prozent und gehen außerordentlich selbstbewusst in die Wahl. "Die CSU hat die Hosen gestrichen voll", sagte Daxenberger. "Ich will mithelfen, den Machtwechsel in Bayern herbeizuführen." Personelle und inhaltliche Zuspitzung sei notwendig, um die Wahl zu gewinnen, warb er für die alleinige Kandidatur.

Grüne: "Wir sind die einzige regierungsfähige Partei"

Daxenberger will vor allem die bayerischen Bauern als bisherige Kernklientel der CSU ansprechen. Bei früheren Wahlen waren die Grünen meist mit mehreren Spitzenkandidaten angetreten. Landtagsfraktionschef Sepp Dürr rief: "Es gibt nur eine Partei, die wirklich regierungsfähig ist, und diese Partei sind wir", Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth prophezeite der CSU zum Auftakt des Treffens am Freitagabend eine "berechtigte Klatsche".

Schwerpunkte des grünen Wahlprogramms sind Umweltschutz, Bildung und der Schutz der Freiheitsrechte. Der Antrag zur Verbannung aller religiösen Symbole wurde nach kontroverser Debatte angenommen. Damit überstimmten die Delegierten den Landesvorstand, der alle religiösen Symbole zulassen wollte. Die türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz nannte das Kopftuch ein "Symbol des Patriarchats". Alle Religionen müssten gleich behandelt werden. Die Religionsfreiheit der Schüler könne am besten geschützt werden, wenn die Lehrer auch in der Kleidung neutral aufträten. "Religion muss stattfinden können in der Schule", sagte dagegen die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote. (saw/dpa)

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