Politik : Benzinproteste: Der Ölpreis wird sich beruhigen

csp

Der internationale Rohölmarkt wird sich voraussichtlich in den nächsten Monaten wieder beruhigen. Die Schwankung der Ölpreise bewegt sich schon jetzt wieder innerhalb langjähriger Durchschnittswerte. In den Wintermonaten kann sogar mit Preisrückgängen gerechnet werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Bankgesellschaft Berlin. In dem Bericht wird weiterhin darauf hingewiesen, dass Euro-Schwäche und Ökosteuer nur eine relativ geringe Bedeutung für die Preissteigerung bei Benzin und Heizöl haben.

Der öffentliche Eindruck einer "Verkettung unglücklicher Umstände" bei der Energieverteuerung könne nur bedingt bestätigt werden. Seit Dezember 1998 habe sich der Rohölpreis am Weltmarkt immerhin verdreifacht (plus 206 Prozent), während Euro-Abwertung (plus 50 Prozent) und Ökosteuer (plus 15 Prozent) dagegen nur unwesentlich zur inländischen Verteuerung beigetragen hätten, stellen die Analysten der Bankgesellschaft fest. Auffällig ist nach ihren Beobachtungen allerdings, dass Ölpreisschwankungen bisher oft mit einer Dollar-Schwäche verbunden waren. Dies ist zurzeit nicht der Fall. In der jüngsten Geschichte wird die letztjährige Schwankungsbreite der Rohölpreise zwar nur von denen in den Jahren 1975 und 1986 übertroffen, dennoch zeigen sich die Experten von den hohen Auf- und Abwärtsbewegungen nicht überrascht. "Gelegentliche Übertreibungen", so die Studie, "dürften die Marktteilnehmer nicht unvorbereitet treffen." Im Durchschnitt und auf Dollar-Basis variieren Rohölpreise um etwa 45 Prozent pro Jahr.

Auch das pessimistische Szenario eines "harten Winters" mit weiter steigenden Preisen entbehre jeder Grundlage. Gerade im Winter würde der Preis des Rohöls eher sinken. In den vergangenen zehn Jahren ist das Preisniveau zwischen November und März um durchschnittlich drei Prozent pro Monat gesunken. Bei einem angenommenen Preis von etwa 32 Dollar pro Barrel im Oktober 2000 könnte ein Rückgang auf 28 Dollar bis März 2001 durchaus möglich sein.

Bei der Ökosteuer sehen die Analysten derzeit keinen Handlungsbedarf. Sie plädieren für eine berechenbare und zuverlässige Steuerpolitik.

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