Berlin-CDU : Frank Henkel ist neuer CDU Landeschef

Frank Henkel, CDU-Fraktionschef, ist zum Vorsitzenden der Landespartei gewählt worden. Der einzige Gegenkandidat Dieter Walther hatte seine Bewerbung kurz vor der Wahl zurückgezogen.

Frank Henkel
Frank Henkel. Der neue Landeschef der Berliner CDU. -Foto: dpa

BerlinDer Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Henkel ist jetzt auch Landeschef der Partei. Ein kleiner Parteitag wählte den 45-Jährigen am Dienstagabend mit 86,7 Prozent der Stimmen an die Spitze der Hauptstadt-Union. Henkel bekam 65 Ja-Stimmen. Gegen ihn stimmten 10 Delegierte, es gab eine Enthaltung. Sein Gegenkandidat, der frühere Telekom-Manager Dieter Walther (62), hatte unmittelbar vor der Wahl seine Bewerbung zurückgezogen. Mit der Wahl des neuen Parteivorsitzenden will die Berliner CDU nach gut zwei Monaten ihre Krise infolge eines heftigen Machtkampfs um die Parteiführung beenden.

Ausgelöst hatte die Krise der damalige Fraktionschef Friedbert Pflüger Anfang September. Er kündigte im September an, dass er im Frühjahr 2009 den damaligen Parteichef Ingo Schmitt ablösen wolle, was dieser ablehnte. Pflüger konnte sich in der Partei nicht durchsetzen. Er wurde anschließend von der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus abgewählt. Überraschend trat später auch Schmitt zurück.

Henkel: "Berlin braucht wieder ein bürgerliches Gegengewicht"

Henkel betonte in seiner Bewerbungsrede, das Wichtigste sei, bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl 2011 den rot-roten Senat abzulösen. "Dieser Senat ist eine schwere Hypothek für die Stadt", kritisierte Henkel. "Berlin braucht endlich wieder ein bürgerliches Gegengewicht zu diesem Senat."

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla forderte bei dem kleinen Parteitag die Berliner Partei zu einem Neuanfang und grundlegenden Reformen auf. "Ein Weiter so kann und darf es in der Berliner CDU nicht geben", sagte er. Die Partei habe in den zurückliegenden Monaten wegen des Machtkampfs um die künftige Führung oft ein schlechtes Bild abgegeben. "Die Berliner CDU muss sich anders aufstellen, wenn sie eine Chance auf einen Wechsel im Senat haben will. (jg/dpa)</

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