• Berliner Fraktionschefin Künast bedauert Parteiaustritte, gibt aber auch Fehler der Grünen zu

Politik : Berliner Fraktionschefin Künast bedauert Parteiaustritte, gibt aber auch Fehler der Grünen zu

Die Fraktionschefin der Berliner Grünen und Kandidatin für den Bundesvorsitz, Renate Künast, hat von ihrer Partei mehr Konfliktbereitschaft gefordert. Im ARD-Morgenmagazin sagte sie am Donnerstag: "Die Partei muss eines lernen, nicht Vollstreckerin der Kompromisse der Bundesregierung zu sein, sondern wirklich immer zu zeigen, wo soll es hingehen."

Bei den Verhandlungen um den Atomausstieg seien Fehler gemacht worden, gestand Künast ein. Es sei auch auf die Grünen zurückzuführen, dass es in den Verhandlungen mit der Industrie einige Monate Pause gegeben habe.

Künast bedauerte zugleich den Parteiaustritt des Grünen-Gründungsmitglieds Marianne Fritzen sowie fünf weiterer grüner Kreistagsabgeordneter aus Lüchow-Dannenberg. Die sechs der sieben grünen Abgeordneten hatten aus Protest gegen die Atompolitik die Partei verlassen. Künast sagte, dieser Schritt treffe sie persönlich, weil ihr politischer Weg vor 21 Jahren in Gorleben begonnen habe. Sie habe einerseits Verständnis dafür, halte es aber auch für schlecht, jetzt die Nerven zu verlieren.

Die seit 25 Jahren im Kampf gegen die in Gorleben geplanten Atomlagen engagierte Fritzen hatte erklärt: "Der Kampf für einen Atomausstieg, der diesen Namen auch verdient, ist nicht gewonnen worden."

Künast meinte außerdem, die Grünen müssten "aus dem Kosovo lernen". Sie betonte, ihre Partei sollte sich auch bei der Europa- und der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik "einmischen". Ansonsten hätten die Grünen in ein, zwei Jahren "Tränen in den Augen", wenn sie merkten, "dass sich das Militär durchgesetzt hat gegenüber zivilen Konfliktlösungsmöglichkeiten".

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