Besuch in der Normandie : Obama gedenkt gefallener US-Soldaten

Der US-Präsident ist zum Gedenken an den "D-Day" in der Normandie eingetroffen. Er plädiert für den EU-Beitritt der Türkei und äußert sich kritisch zum Atomprogramm Irans.

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Der US-Präsident mit Nicolas Sarkozy und dessen Frau Carla Bruni. -Foto: dpa

Bei der Gedenkfeier auf dem US-Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer gedachte US-Präsident Barack Obama der amerikanischen Soldaten, die bei der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie gefallen waren. Obama betonte die Bedeutung des Kampfes gegen das "bösartige" Nazi-Regime. Er sagte, die Veteranen erinnerten daran, dass die Zukunft nicht vom puren Zufall oder den Umständen gestaltet werde: "Unsere Geschichte war immer das Ergebnis von Entscheidungen und Handlungen, die von jedem einzelnen Mann und jeder einzelnen Frau getroffen wurden."

An der Zeremonie nahmen auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, Großbritanniens Premier Gordon Brown, Prinz Charles und Kanadas Premier Stephen Harper teil. Brown sagte: "Dieser Tag markiert den Triumph des Richtigen über das Falsche, von Wahrheit über Lüge, den Sieg von menschlichem Anstand über Hass und den Holocaust." Sarkozy sagte, man werde die Opfer "nie vergessen".

Soldaten aus Großbritannien und Kanada waren ebenfalls an der Landungsoperation beteiligt. Sie gilt als eine der größten der Weltgeschichte und leitete die militärische Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg ein. Bei dem Angriff kamen Tausende Soldaten ums Leben. Allein auf dem US-Soldatenfriedhof von Colleville-sur-Mer sind mehr als 9000 Tote begraben.

Für US-Präsident Obama war die Gedenkfeier in der Normandie die letzte offizielle Etappe seiner Europareise, die ihn am Freitag für einen Tag auch nach Deutschland geführt hatte. Nach der Zeremonie in Nordfrankreich wollte der Präsident in Paris mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern noch einige Zeit privat verbringen.

Zuvor hatte er mit Frankreichs Präsident Sarkozy über die Situation im Nahen Osten und dem Iran gesprochen. Dabei bekräftigte Obama seinen Willen, dem Iran die Hand zu reichen. Allerdings könnten die USA nicht akzeptieren, dass das Land im Nahen Osten die Weiterverbreitung von Atomwaffen vorantreibe, sagte Obama. Sarkozy betonte, dass "die unvernünftigen Erklärungen des Präsidenten Ahmadinedschad" nicht zu akzeptieren seien. "Wenn der Iran zivile Atomkraft will, hat er das Recht dazu - militärische Atomkraft, nein!" sagte Sarkozy. "Die USA und Frankreich gehen in dieser Frage Hand in Hand."

Uneinigkeit zwischen Sarkozy und Obama herrschte in Bezug auf den EU-Beitritt der Türkei. "Ich denke, die Türkei ist ein enorm wichtiger Alliierter", sagte Obama. Die Türken seien an einer stärkeren Einbindung in Europa interessiert. "Ich würde das unterstützen", sagte Obama. Sarkozy hatte sich im EU-Wahlkampf immer wieder gegen ein EU-Beitritt der Türkei ausgesprochen.

ZEIT ONLINE, cst, dpa, Reuters

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