Politik : BKA: 41 Tote durch rechte Gewalt

Frank Jansen

Berlin - Das Bundeskriminalamt spricht jetzt von 41 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung und erwähnt auch Fälle, die früher nicht genannt wurden. In den vergangenen Jahren hatten BKA und Bundesinnenministerium auf der Basis von Meldungen der Landeskriminalämter Zahlen zwischen 36 und 39 Toten verkündet. Ursache der Schwankungen waren widersprüchliche Angaben aus den Ländern. Eine Sprecherin des BKA nannte nun am Donnerstag dem Tagesspiegel fünf Fälle, die zur Ausgangszahl von 36 addiert werden. Das letzte Tötungsverbrechen liegt erst ein halbes Jahr zurück. Vor einer U-Bahnstation in Dortmund erstach im März ein rechtsextremer Skinhead den Punk Thomas Schulz. In dem kürzlich begonnenen Prozess am Dortmunder Landgericht hat der Täter ein Geständnis abgelegt.

Als rechts motiviertes Tötungsverbrechen wird jetzt auch der von Skinheads im Juli 2002 verübte Mord an dem Schüler Marinus Schöberl im brandenburgischen Potzlow genannt. Außerdem steht nun in der BKA-Liste das Mordopfer Dieter Manzke. Der Obdachlose war im August 2001 in Dahlewitz (Brandenburg) von fünf jungen Männern zu Tode gequält worden. Hinzu kommen zwei weitere Fälle aus dem Jahr 2000. Im November prügelten drei Skinheads in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) mit Baumstützpfählen den Obdachlosen Eckhardt Rütz. Er überlebte die Tortur nicht. Im September 2000 wurde in Schleswig der Obdachlose Malte Lerch von zwei Skinheads erschlagen.

Die vier zuletzt genannten Fälle stehen auch in den Todesopferlisten, die Tagesspiegel und „Frankfurter Rundschau“ seit dem Jahr 2000 veröffentlicht haben. Beide Zeitungen kamen jedoch bis 2003 schon auf 99 Todesopfer rechter Gewalt seit dem Tag der Einheit.

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