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Bombenanschlag am Ostersonntag : Viele Tote in Nigeria

Zwei mit Sprengstoff präparierte Autos seien gegenüber der Kirche in der Stadt Kaduna explodiert, teilten Rettungskräfte mit. Mindestens 38 Personen kamen ums Leben.

Ein Autobombenanschlag in der nigerianischen Stadt Kaduna hat am Sonntag Behördenangaben zufolge mindestens 38 Menschen das Leben gekostet. Bei der Explosion wurde eine christliche Kirche stark beschädigt, in der Gläubige an einem Ostergottesdienst teilnahmen. Augenzeugenberichten zufolge versuchte der Fahrer des mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs offenbar, auf das Kirchengelände zu gelangen, ehe der Wagen explodierte. Mehrere Menschen seien bei der Explosion schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde.

Die Bombenexplosion ereignete sich an einer verkehrsreichen Straße in Kaduna. Anschließend blieben verkohlte Motorräder und Trümmerteile auf der Straße zurück. Die Wucht der Detonation zerstörte auch Fenster in nahegelegenen Hotels.

Die Stadt Kaduna liegt im Grenzgebiet zwischen dem christlich geprägten Süden und dem muslimischen Norden Nigerias. Dort hatten nach der Präsidentschaftswahl im April vergangenen Jahres mit Macheten bewaffnete Banden die Kontrolle über Straßen und ländliche Gebiete im gleichnamigen Staat übernommen. Landesweit kamen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bei den Unruhen im April mindestens 800 Menschen um Leben Wer für den Anschlag am Sonntag verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Beobachter vermuteten, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram dahinter stecken könnte. Die in Nigeria aktive Gruppe hat in der Vergangenheit wiederholt Anschläge gegen Christen verübt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP sind allein in diesem Jahr mehr als 380 Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen, die der Sekte zugeschrieben wurden. Die Boko Haram fordert unter anderen die landesweite Einführung der Scharia, des islamischen Rechts.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder verurteilte in Berlin den Angriff und regte erneut eine Reaktion des UN-Sicherheitsrates an.

Er sprach von einem „gezielten Angriff auf Christen an einem ihrer höchsten Feiertage“. Er würde sich „wünschen, dass die Organisation für Islamische Zusammenarbeit das verurteilt, ebenso der Menschenrechtsrat der UN in Genf“, erklärte der CDU-Politiker in Berlin.

Kauder kündigte an, er werde mit Außenminister Guido Westerwelle sprechen und eine Behandlung des Vorfalls im UN-Sicherheitsrat anregen. „Wir dürfen über die zunehmende Gewalt gegen Christen nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte Kauder.

Kauder hatte sich in den letzten Monaten unter anderem bei Besuchen in China, Indien und Ägypten für den Schutz verfolgter Christen eingesetzt. Bei einem Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Februar in New York forderte Kauder, auch die Vereinten Nationen sollten in Zukunft stärker auf die weltweite Wahrung der Religionsfreiheit achten.

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