Politik : Borchert: Kein Exportverbot der EU für deutsche Schweine

"Erkrankungen sind Einzelfälle" / Fast 30 000 Tiere getötet / Züchter für Zulassung von Impfungen BRÜSSEL/SCHWERIN (Tsp).Bundeslandwirtschaftsminister Borchert (CDU) rechnet nicht damit, daß der EU-Veterinärausschuß, der an diesem Mittwoch in Brüssel tagt, gegen Deutschland ein Schweine-Exportverbot verhängen wird.Die in Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen aufgetretenen Schweinepest-Erkrankungen seien Einzelfälle, sagte Borchert am Dienstag in Brüssel.Inzwischen habe man in beiden Bundesländern die Seuche im Griff.Entsprechend äußerte sich Bauernpräsident Sonnleitner in Berlin. Es sei nicht vorstellbar, daß die EU bei jedem Einzelfall von Schweinepest gleich ein Exportverbot für einen gesamten Mitgliedsstaat erlasse, sagte Borchert.Man könne nur deshalb noch nicht Entwarnung geben, weil man sicher gehen müsse, daß kein Seuchenfall mehr auftrete.Der Ausbruch der Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern werfe jedoch die Frage auf, ob dort alle Hygienemaßnahmen eingehalten worden seien.Der belgische Landwirtschaftsminister, der vorsorglich die Grenze für deutsche Ferkel geschlossen hatte, kündigte an, daß er diese Schutzmaßnahme sofort wieder aufheben werde, wenn der Veterinärauschuß die Gefahr für beendet erkläre. Borchert will sich dafür einsetzen, daß die EU-Kommission erneut die Forderung der deutschen Schweinezüchter prüft, die Impfung der Schweine mit einem Impfstoff zuzulassen, der bei einer Untersuchung der Tiere den Unterschied zwischen Abwehrkörpern und tatsächlicher Infektion erkennen läßt.Bei den bisher bekannten Impfstoffen ist das nicht der Fall.Exporte von geimpften Schweinen aus der EU sind deshalb nicht möglich. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Brick (CDU) teilte in Schwerin mit, die Seuche sei durch Wildschweine übertragen worden.Nun müsse untersucht werden, wie das Virus in den zuvor als besonders sicher geltenden Zuchtbetrieb Losten bei Bad Kleinen gelangt sei.Bis zum Dienstag wurden nach Angaben der zuständigen Behörden fast die Hälfte der von der Seuche betroffenen 62 000 Tiere in dem Betrieb getötet.Daß die Krankheit ausgerechnet in einem hygienischen Spitzenbetrieb ausgebrochen sei, bringe die deutsche Landwirtschaft in eine ungute Situation, räumte Sonnleitner ein.Er wandte sich jedoch gegen Panik und versicherte: "Wir haben die Seuche fest im Griff."

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