Politik : Brauchitsch und seine Frau wählten Freitod

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München/Berlin - Der Ex-Manager des Flick-Konzerns, Eberhard von Brauchitsch, hat sich mit seiner Frau Helga das Leben genommen. Ihre Tochter Bettina von Brauchitsch bestätigte dies dem „Focus“: „Mit fortschreitender Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes haben meine Eltern diesen Schritt in Erwägung gezogen und dann zum für sie geeigneten Zeitpunkt diesen Schritt getan.“

„Aufgrund ihrer schweren Krankheit wären sie zu dem von ihnen gefassten Entschluss später nicht mehr in der Lage gewesen“, sagte die Tochter von Brauchitschs. Ihre Mutter habe an stark fortgeschrittenem Parkinson gelitten, ihr Vater an einem Emphysem, einer Überblähung der Lunge. „Meine Eltern kannten sich 70 Jahre, sie waren fast 60 Jahre verheiratet, haben ihren Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam verlebt und somit für sich entschieden, auch den letzten Weg gemeinsam zu gehen.“ Das Ehepaar ist am Dienstag vergangener Woche im Alter von 83 Jahren in Zürich gestorben. Die beiden sollen in Berlin beigesetzt werden, wohin sie bereits überführt wurden. Sie hinterlassen drei Töchter und einen Sohn.

Brauchitsch zählte zu den einflussreichsten Industriellen der Bundesrepublik und galt als Schlüsselfigur in der Flick-Parteispendenaffäre der 80er Jahre. Es bestand der Verdacht, dass für Spenden und Geschenke an Politiker und Parteien Steuerbegünstigungen gewährt wurden, der damalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP) musste zurücktreten. Brauchitsch wird dazu der Ausspruch von der „Pflege der Bonner Landschaft“ zugeschrieben. AFP

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