Breitscheidplatz : Die Fahndung geht weiter - was wir bisher wissen

Nach dem Anschlag am Breitscheidplatz ist der zunächst gefasste Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Was sind die bisher bekannten Fakten?

von , und
Die Spurensicherung ist vor Ort.
Die Spurensicherung ist vor Ort.Foto: REUTERS

- Der sogenannte Islamische Staat behauptet, für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich zu sein. Das teilte am Dienstagabend das IS-Sprachrohr "Amak" mit.

- Der Generalbundesanwalt erlässt keinen Haftbefehl gegen den gefassten Verdächtigen. Der Mann ist wieder auf freiem Fuß.

- Der zunächst verdächtige Mann, der gefasst und wieder freigelassen wurde, soll den Behörden bekannt sein unter dem Namen Naved B, allerdings sei er in Deutschland unter zwei ähnlichen Namen und zwei nahe beieinanderliegenden Geburtsdaten registriert gewesen, soll in jedem Fall aber 1993 geboren worden sind. Gegen den Mann soll aber wegen sexuellen Delikten ermittelt worden sein.

- Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um einen Afghanen oder Pakistani. Der Mann streitet eine Tatbeteiligung ab.

- Der Lkw gehört einer polnischen Spedition. Der ursprüngliche Fahrer des Lasters war Pole. Er ist offenbar von dem Fahrer und mutmaßlichen Täter erschossen worden, die Polizei fand ihn auf dem Beifahrersitz. Der Mann ist das bisherige zwölfte Todesopfer des mutmaßlichen Anschlags. Er hinterlässt seine Frau und ein 17-jähriges Kind.

Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz
Am 22. Dezember wurden am Breitscheidplatz Betonpoller aufgestellt vom Technischen Hilfswerk.Weitere Bilder anzeigen
1 von 50Foto: REUTERS
22.12.2016 10:17Am 22. Dezember wurden am Breitscheidplatz Betonpoller aufgestellt vom Technischen Hilfswerk.

- Der oder die Täter haben laut Sicherheitskreisen den Lkw möglicherweise in Polen gestohlen.

- Konkrete Hinweise auf einen Anschlag hat es den Sicherheitskreisen zufolge in den vergangenen Tagen nicht gegeben.

- GPS-Daten hätten laut dem polnischen Spediteur gezeigt, dass jemand gegen 15.45 Uhr den LKW bewegt habe. „Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren“, sagte der polnische Inhaber. Der Lkw sollte in Berlin Stahlkonstruktionen abliefern und hatte seit Montagmittag in der Stadt geparkt.

- Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt kündigte an, dass die Polizeipräsenz in der Stadt nochmals massiv erhöht werde. Dafür bekomme man Hilfe von der Bundespolizei.

- Bei der Anschlags-Fahrt am Montagabend wurden auf dem Weihnachtsmarkt elf Menschen getötet, mit dem im Fahrzeug aufgefundenen Polen sind es zwölf Tote. Der oder die Todesfahrer sind möglicherweise auf der Flucht.

Video
Berliner Polizei: 'Vermutlich terroristischer Anschlag'
Berliner Polizei: 'Vermutlich terroristischer Anschlag'
» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

21 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben