Bürgerkrieg : Tote und Verletzte bei Gefechten in Somalia

Bei Gefechten und einem Attentat sind in Somalia mindestens elf Menschen gestorben. Ein detonierter Sprengsatz riss fünf Zivilisten in den Tod. Beobachter sprechen vom Beginn eines Guerillakrieges in der Hauptstadt Mogadischu.

Mogadischu/Nairobi Bei Anschlägen und Gefechten in Somalia sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere wurden nach Polizeiangaben schwer verletzt. Ein am Straßenrand platzierter Sprengsatz tötete in der Hauptstadt Mogadischu fünf Zivilisten. Bei Gefechten zwischen den äthiopisch-somalischen Truppen und islamistischen Milizen kamen vier Menschen ums Leben. In den frühen Morgenstunden wurden zwei weitere Leichen an einer Müllhalde entdeckt.

Seit dem Beginn der nationalen Versöhnungskonferenz vor zwei Wochen hätten die Rebellen die Zahl ihrer Anschläge noch erhöht, um die Teilnehmer abzuschrecken, sagte ein Polizeisprecher. Die Gewalt der Aufständischen richtet sich gegen die Präsenz der Äthiopier. Mit deren Unterstützung bemüht sich Somalias schwache Übergangsregierung, den seit 16 Jahren andauernden Bürgerkrieg zu beenden. Die Versöhnungskonferenz von Stammesführern, Regierungsvertretern und Beobachtern aus dem Ausland hat bislang kein Ergebnis gebracht. Die Rebellen boykottieren die Konferenz wegen der Präsenz der Äthiopier und haben sich nach Eritrea zurückgezogen.

Beobachter berichten vom drohenden Beginn eines Guerillakrieges in der Hauptstadt Mogadischu, aus der in den vergangenen Wochen erneut rund 10.000 Menschen geflohen sind. Die Vereinten Nationen warnen vor einem Stellvertreterkrieg der Erzfeinde Eritrea und Äthiopien. Die Versöhnungskonferenz mache "Fortschritte und einige Clans sind kurz davor, ihre Streitigkeiten zu beenden", sagte ein Sprecher der Organisatoren, Abdurahman Shifte. "Aber die internationale Gemeinschaft zahlt nicht genug für den Fortgang der Gespräche." Das Treffen wird unter anderem von der EU unterstützt. Nach Berichten von Teilnehmern liegen die mangelnden Fortschritte aber auch an fehlendem Durchgreifen der Führung angesichts täglicher Streitigkeiten einzelner Clanführer. (mit dpa)

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