Politik : Bund Deutscher Hebammen: "Natürliche Geburten helfen Kosten sparen"

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Nach Ansicht des Bundes Deutscher Hebammen (BDH) nehmen Ärzte bei Schwangerschaften und bei Geburten in den Kliniken zu häufig medizinische Eingriffe vor. Schwangerschaften und Geburten würden in Deutschland mit zu viel Technik und wie eine Krankheit behandelt, sagte die Präsidentin des BDH, Magdalene Weiß, am Dienstag in Berlin. "Wir Hebammen sehen mit Schrecken, wie in der Geburtsmedizin die jungen Frauen stark verunsichert werden und Angst vor Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft verbreitet wird."

Geburtsvorsorge und -begleitung durch Hebammen könnten dagegen Kosten dämpfen und die Zahl der Eingriffe senken. "Normal verlaufene Schwangerschaften und natürliche Geburten sind auch ein Beitrag zur Kostendämpfung", sagte die BDH-Präsidentin. Die Kaiserschnittrate liege in Deutschland mit 20 Prozent viel zu hoch. Während in Kliniken bei rund 60 Prozent der Gebärenden ein Dammschnitt gemacht werde, seien es bei außerklinischen Geburten nur acht Prozent. "Wir haben allen Grund zur Sorge, dass normale Verläufe von Schwangerschaften und Geburt auf der Strecke bleiben, weil sie für die Kliniken nicht lukrativ genug sind." Deswegen forderten die 13 000 BDH-Hebammen, dass im Fallpauschalensystem, das ab 2003 für die Krankenhaus-Abrechnung gelten soll, der normale Geburtsverlauf hoch bewertet werden müsse.

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