Bundestagswahl : Grüne küren Spitzenkandidaten in Urwahl

Künast oder Trittin? Roth oder Göring-Eckardt? Als erste Partei werden die Grünen ihre Spitzenkandidaten für eine Bundestagswahl per Mitgliederbefragung bestimmen. Eine Spitzengrüne verbindet mit dem Ergebnis sogar ihren Verbleib im Parteivorstand.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Künast und Trittin wollen auch Spitzenkandidaten werden. Doch nicht nur sie.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Künast und Trittin wollen auch Spitzenkandidaten werden. Doch nicht nur sie.Foto: dpa

Die Grünen werden als erste Partei ihre Spitzenkandidaten für eine Bundestagswahl per Mitgliederbefragung bestimmen. Ein kleiner Parteitag der Grünen beschloss am Sonntag in Berlin mit großer Mehrheit die Einleitung des Urwahlverfahrens. Es gab nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Bislang gibt es für das Spitzen-Duo, das die Partei in den Wahlkampf 2013 führen soll, sechs Bewerbungen.

Um einen Platz in dem Duo bemühen sich bislang die Bundestags-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und die beiden Kommunalpolitiker Werner Winkler und Franz Spitzenberger. Mindestens ein Mitglied des Spitzen-Duos muss eine Frau sein. Das Ergebnis der Urwahl soll am 10. November vorliegen. Die organisatorischen Vorbereitungen dafür sollten noch am Sonntagabend beginnen. Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke nannte das Verfahren ein „Novum in der Parteiengeschichte“.

In der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ verband Parteichefin Roth den Ausgang der Urwahl mit ihrem Verbleib im Parteivorsitz. „Natürlich braucht auch eine Bundesvorsitzende großen Rückhalt in der Partei“, sagte sie. Die Mitglieder müssten entscheiden, ob sie ihre Vorsitzende für den Wahlkampf brauchen können. „Und wenn die Partei sagt: nein - dann ist es ein Signal zum Loslassen“, betonte Roth. Die Grünen wählen auf dem Bundesparteitag Mitte November in Hannover ihre Führungsspitze neu. Roth, die die Partei mit Unterbrechung seit 2001 führt, will eigentlich erneut kandidieren. (dapd/afp)

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