Politik : Bundeswehr beendet Tsunami-Einsatz

Nach zweimonatigem Aufenthalt in Indonesien beendet die Bundeswehr ihren Tsunami-Einsatz. Dort waren die deutschen Streitkräfte am Wiederaufbau der größten Klinik in der Provinzhauptstadt Banda Aceh und an der medizinischen Versorgung der Bevölkerung beteiligt.

Banda Aceh (17.03.2005, 12:00 Uhr) - Mit einer Millionenspende und einem feierlichen Abschlussappell hat die Bundeswehr ihren mehr als zweimonatigen Einsatz im indonesischen Flutgebiet offiziell beendet. Dem größten Krankenhaus der Provinzhauptstadt Banda Aceh schenkten die deutschen Streitkräfte am Donnerstag Geräte und Material im Wert von 1,3 Millionen Euro. Die Soldaten hatten sich vorwiegend um den Wiederaufbau der schwer verwüsteten Klinik und die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Norden Sumatras gekümmert.

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Potsdam, Generalleutnant Holger Kammerhoff, stellte dem Krankenhaus weitere Hilfen Deutschlands auch nach Abzug der Soldaten in Aussicht. «Die Bundeswehr geht, doch Deutschland lässt das Zainoel-Abidin-Hospital in dieser wichtigen Übergangsphase nicht allein», sagte er in Banda Aceh. Durch die «großartige» Zusammenarbeit mit Klinikleitung und Personal könne das Krankenhaus bereits jetzt übergeben werden. Auch lobte Kammerhoff die Kooperation mit dem indonesischen Militär.

Acehs Vize-Gouverneur Azwar Abubakar dankte den deutschen Streitkräften für ihre Arbeit und unterstrich die Hoffnung auf weitere Hilfe. «Wir hoffen, dass die Unterstützung mit dem Abzug des deutschen Militärs nicht ihr Ende finden wird», sagte Abubakar.

Die letzten der ursprünglich rund 380 Bundeswehrsoldaten im Tsunami-Einsatz sollen an diesem Freitag Indonesien verlassen. Am selben Tag soll das Marine-Versorgungsschiff «Berlin», das seit Mitte Januar vor der Küste Acehs geankert hatte, die Heimreise antreten. Die «Berlin» war zur Unterstützung der rund 150 am Krankenhaus- Wiederaufbau in Banda Aceh eingesetzten Soldaten vor Ort.

Bundeswehrärzte hatten während des Einsatzes mehr als 3000 Patienten ambulant und stationär behandelt. 200 Verletzte wurden operiert und mehr als 3400 Menschen geimpft. Entlang der ebenfalls verwüsteten Westküste Sumatras verteilte die Besatzung der «Berlin» an die Bevölkerung 25 500 Moskitonetze. Die Kosten des Einsatzes werden auf rund 15 Millionen Euro beziffert. Die Mission war die erste gemeinsame von Marine und Zentralem Sanitätsdienst.

Bei der verheerenden Flutwelle vom 26. Dezember waren alle Patienten des Krankenhauses sowie fast die Hälfte des Personals ums Leben gekommen. Insgesamt rissen die Wassermassen im Norden der Insel Sumatra mindestens rund 126 400 Menschen in den Tod, während das Schicksal von etwa 94 000 zunächst noch als unklar galt. (tso) ()

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