Politik : Bush für Endlager in Nevada

Das seit mehr als 20 Jahren umstrittene amerikanische Atomendlager soll nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush endgültig in den Yucca-Bergen im Bundesstaat Nevada gebaut werden. Der Gouverneur von Nevada, Bushs Parteifreund Kenny Guinn, legte umgehend Widerspruch ein. "Ich bin entsetzt, genauso wie die Bürger von Nevada, dass diese Entscheidung getroffen wurde, obwohl noch so viele Fragen offen sind", sagte der Gouverneur. "Wir kämpfen um unser Leben."

In dem Lager rund 130 Kilometer nördlich von Las Vegas sollen bis zu 70 000 Tonnen hoch radioaktiven Mülls in Metallbehältern in 300 Meter tiefen Schächten eingelagert werden. Zurzeit werden die Bestände, mehr als 40 000 Tonnen, auf dem Gelände von 131 Atomkraftwerken und Militäreinrichtungen im ganzen Land gelagert. Jedes Jahr fallen etwa 2000 Tonnen neuen radioaktiven Mülls an. Die Regierung will mit der Einlagerung in acht Jahren beginnen.

"Das Lagerungsprogramm fortzusetzen ist nötig, um die Gesundheit der Bevölkerung und die Sicherheit der Nation sicherzustellen", schrieb Bush. Die Entscheidung sei nach Jahrzehnten rigoroser wissenschaftlicher Prüfung erfolgt. Gegner des Lagers fürchten durch den hoch radioaktiven Müll eine Verseuchung des Grundwassers und Nachteile für die Region als Wohn- und Industrieansiedlungsort.

Mit der Weigerung des Gouverneurs, dem Bush-Plan zuzustimmen, fällt die endgültige Entscheidung dem Kongress zu. Sie dürfte in den nächsten drei Monaten fallen. Beobachter rechnen mit dem Einverständnis des Gremiums. Der Senator von Nevada, John Ensign, kündigte jedoch erbitterten Widerstand an. "Die Schlacht beginnt", sagte Ensign der Zeitung "Las Vegas Sun".

Das Energieministerium hatte die seit mehr als 14 Jahren dauernden Voruntersuchungen im Dezember für beendet erklärt und den Bau des Lagers empfohlen.

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