Casdorffs Agenda : Afghanistan braucht Mäßigung

Markige Worte der deutschen Verteidigungsministerin führen in Afghanistan nicht weiter. Was gut wäre: Der Westen überlegt neu, wie er die Lage und die Regierung schnell stabilisiert.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit afghanischen Sicherheitskräften bei Mazar-i-Sharif, Afghanistan.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit afghanischen Sicherheitskräften bei Mazar-i-Sharif, Afghanistan.Foto: Reuters

Alles ist gut in Afghanistan? Könnte meinen, wer die deutsche Innenministerkonferenz zum Maßstab nimmt. Die will verstärkt Flüchtlinge abschieben. Doch so ist die Lage: Die Taliban sind auf dem Vormarsch. Dagegen hilft wenig, dass sich die Bundeswehr leicht verstärkt. Ausländische Soldaten bringen gerade weniger den Frieden als sich selbst in Gefahr. Wenn nämlich die afghanischen Sicherheitskräfte dem Druck der Taliban nicht standhalten. Markige Worte der deutschen Verteidigungsministerin, dass Kabul seine Hausaufgaben für 2016 machen soll, führen nicht weiter. Was gut wäre: Der Westen überlegt jetzt neu, wie er die Lage und die Regierung in Afghanistan schnell stabilisiert. Vor allem politisch. Es geht schließlich um Mäßigung an allen Fronten.

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