Casdorffs Agenda : Afrika, ein sicheres Herkunftsland

Die Kanzlerin menschelt, der Innenminister blockt ab. Thomas de Maiziére will Flüchtlinge aus Deutschland fernhalten. Dabei geht er wenig geschickt vor.

Innenminister eines bunten Deutschlands? Thomas de Maiziére steht in der Flüchtlingskrise gehörig unter Druck.
Innenminister eines bunten Deutschlands? Thomas de Maiziére steht in der Flüchtlingskrise gehörig unter Druck.Foto: Reuters

Was Thomas de Maizière zur Flüchtlingsfrage sagt, klingt so anders als das, was die Kanzlerin erklärt hat. Als liege ihm nicht so viel an den Menschen. Also: Der Innenminister fordert für die Aufnahme in Europa Kontingente. Sind die ausgeschöpft, will de Maizière politisch Verfolgte in ihre Heimatregionen zurückschicken. Europa brauche starke Außengrenzen, sagt er. Geflüchtete, die zum Beispiel über das Mittelmeer illegal in die EU einreisen wollten, sollen "an einen sicheren Ort in Afrika" gebracht werden. Einen sicheren Ort? Irgendwo in Afrika? Sehr viel kann dem Bundesinnenminister nicht mehr an seinem Amt liegen - so klingt das.

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

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