Casdorffs Agenda : Christine Lagarde - eine Grande Dame für eine Grande Nation

In der Griechenland-Krise spielt die Chefin des Internationalen Währungsfonds eine wichtige Rolle. Mit Christine Lagarde besitzt Frankreich eine Führungspersönlichkeit.

von
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Sie ist mächtig. Sie ist eine Führungspersönlichkeit. Nein, sie heißt nicht Angela Merkel. Sondern Christine Lagarde. Seit 2011 Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, gehört die 59-Jährige zu denen, die über Griechenland entscheiden. Nein, Lagarde hat nicht schon den Stab über Alexis Tsipras gebrochen. Sie hat - zum Unwillen der orthodoxen Fraktion der Gläubiger - auch das griechische Anliegen gelten lassen: Schuldenabbau nach Wachstum.

Immerhin war die Französin selbst vier Jahre Wirtschafts- und Finanzministerin. Nur vor Kurzem wurde es ihr zuviel. Mit Yanis Varoufakis. Den meinte sie mit dem Satz, jetzt müsse eine Einigung "mit Erwachsenen im Raum" her. Sprich, da benimmt sich einer kindisch. Tsipras hat das verstanden. Wenn Lagarde wie Wolfgang Schäuble redet... Dann ist es ernst. Und der Athener Premier scheint ernst zu machen: Annäherung ist möglich. Wenn es zur Einigung kommt, hat die nicht zuletzt Christine Lagarde möglich gemacht. Wenn Frankreich also mal eine Führungspersönlichkeit sucht - eine Grande Dame passte zu einer Grande Nation.

Casdorffs Agenda erscheint jeden Morgen in der Morgenlage, dem Newsletter für Politik- und Wirtschaftsentscheider, den sie hier kostenlos abonnieren können.


19 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben