Casdorffs Agenda : Der heiße Stuhl

Ein im Vergleich zu Dax-Vorständen mickriges Gehalt, immer mal wieder Ärger in der Partei, eine kritische Presse - man muss bald schon dankbar sein, dass sich überhaupt noch jemand in die Politik begibt.

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Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas CasdorffFoto: Tsp

Und wenn es so gewesen wäre? Wenn Angela Merkel tatsächlich vor Schwäche vom Stuhl gerutscht und nicht der Stuhl unter ihr zusammengebrochen wäre? Dann wäre es doch verständlich. Bei der Hitze! Bei dem Pensum! Man fragt sich ja sowieso, wie diese Spitzenpolitiker das alles aushalten: Tag und Nacht arbeiten, meist ohne Ausgleich. Die Entschädigung dafür ist, seien wir ehrlich, ja nicht gerade verlockend. Ein im Vergleich zu Dax-Vorständen mickriges Gehalt, immer mal wieder Ärger in der Partei, eine kritische Presse - man muss bald schon dankbar sein, dass sich überhaupt noch jemand in die Politik begibt. Da ist nämlich jeder Stuhl heiß. Und Schwäche darf heute keiner mehr zeigen.

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