Casdorffs Agenda : Europa muss in der Flüchtlingsfrage neue Wege finden

Die Registrierung von Flüchtlingen ist der erste Schritt, um die Krise in den Griff zu bekommen - und das schafft Griechenland nicht allein.

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Frontex setzt inzwischen 750 EU-Grenzschützer ein, um bei der Registrierung und Seerettung von Bootsflüchtlingen zu helfen.
Frontex setzt inzwischen 750 EU-Grenzschützer ein, um bei der Registrierung und Seerettung von Bootsflüchtlingen zu helfen.Foto: dpa

Nicht Griechenland allein muss seine Hausaufgaben machen, wie der Bundesinnenminister neulich raunzte - ganz Europa muss es. Wenn die Zahl der Menschen, die hier auf dem alten Kontinent Zuflucht suchen, wirklich verringert werden soll.

Formal zuständig ist die EU-Grenzschutzagentur Frontex. Aber das ist zu formal. Und hat nicht die Bundeskanzlerin vor Längerem schon gesagt, dass man nicht zu formal an Lösungen herangehen soll? Als hätte Frontex-Chef Fabrice Leggeri das gehört, sagt er jetzt, womöglich müssten andere Beamte und Privatfirmen helfen, Flüchtlinge zu registrieren. Weil die Zahl der Grenzbeamten nicht ausreicht.

Registrierung ist aber der erste Schritt, die Sache in den Griff zu bekommen. Frontex setzt inzwischen 750 EU-Grenzschützer ein, um bei der Registrierung und Seerettung von Bootsflüchtlingen zu helfen, die aus der Türkei nach Griechenland gelangen. Griechenland erwartet auch deshalb mehr Personal von den Mitgliedstaaten. Die sind aber selbst überfordert. Da lohnt es sich, über neue Wege nachzudenken. Die ganz Europa bei seiner Hausaufgabe helfen.

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