Casdorffs Agenda : Merkels Nadelstiche für Trump

Wenn Angela Merkel heute Donald Trump trifft, hat sie mit einem anderen Großen schon telefoniert: Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Da ging es um freien Handel - nicht gerade Trumps Lieblingsthema.

Angela Merkel hatte ein klare Haltung zu Böhmermanns Erdogan-Versen. Später bedauerte sie deren Kundgabe.
Angela Merkel hatte ein klare Haltung zu Böhmermanns Erdogan-Versen. Später bedauerte sie deren Kundgabe.Foto: Fabrizio Bensch / Reuters

Eine Politik der Nadelstiche, geradezu chinesisch: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Donald Trump im Hinblick auf das Treffen in Washington gewiss nicht erfreut durch ihr Telefonat mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Denn, Achtung, die beiden - der Kommunist und die Konservative - wollen sich gemeinsam für freien Handel und offene Märkte einsetzen. Und dazu haben sie auch noch über den Ausbau der Elektromobilität gesprochen. Von wegen Klimaschutz, den Trump für nicht so wichtig hält.

Was aber der deutschen Autoindustrie erlauben wird, weiter erfolgreich im chinesischen Markt tätig zu sein. Alles das ist schon mal eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht. Dann der Streit ums Transatlantische Handelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU, außerdem Trumps Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik und seine Drohung mit Importzöllen - kein Wunder, dass ihre erste Begegnung mit Spannung erwartet wird. Mal sehen, wer da die meisten Stiche macht.

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