CDU/CSU : Beckstein: "Zustand der Partei ist besorgniserregend"

Unmittelbar vor Beginn des CSU-Parteitags in Nürnberg hat Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein sich kritisch über das Profil der Union geäußert. Den Zustand der Partei hält er für besorgniserregend - und schielt neidisch auf die Umfragewerte der Kanzlerin.

Günther Beckstein
Beckstein blickt kritisch auf die Unions-Parteien. -Foto: dpa

Berlin"Der aktuelle Trend gibt durchaus Anlass zur Besorgnis. Es ist in der Tat ein Problem, dass die Union in Umfragen bei 36 Prozent dahindümpelt, während die Kanzlerin Bestnoten erhält", sagte Beckstein in einem Interview mit dem "Münchner Merkur". Bei der Bundestagswahl 2009 müsse die Union wieder auf 40 Prozent kommen, wenn sie mit der FDP eine Regierung bilden wolle. "Dazu müssen wir uns alle mehr anstrengen", forderte Beckstein. Die Union müsse "darauf achten, neben der Tagespolitik auch das wertkonservative Profil zu schärfen."

Der großen Koalition bescheinigte Beckstein (CSU) zwar eine "beachtliche Bilanz", kritisierte aber zugleich die Zusammenarbeit innerhalb der schwarz-roten Regierungsmannschaft. "Für das schlechte Erscheinungsbild ist allein die SPD verantwortlich. Parteichef Kurt Beck schürt ständig neuen Ärger und arbeitet gegen die Koalition, ist aber nicht bereit, sich in Berlin an den Kabinettstisch zu setzen", sagte Beckstein. Auch Minister der SPD verhielten sich alles andere als loyal und legten es systematisch auf das Scheitern der Koalition an.

Beckstein wandte sich gegen eine Fortsetzung der großen Koalition nach der Bundestagswahl 2009 ebenso wie gegen ein mögliches Bündnis mit den Grünen auf Bundesebene: "Es gibt bei den Grünen durchaus Leute, mit denen man zusammenarbeiten kann. Aber die Wähler von Grünen und CSU haben Wertvorstellungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten." (sba/AFP)

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