Politik : CDU warnt FDP

Westerwelle beharrt aber auf Option für liberalen Rau-Nachfolger

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Berlin (bib/dpa). Die Union sieht durch den Führungswechsel in der SPD indirekt ihre Position in der BundespräsidentenFrage gegen die FDP gestärkt. Nachdem Franz Müntefering SPD-Chef geworden sei, könne die FDP unmöglich noch mit der Option spielen, einen eigenen Präsidenten-Bewerber zusammen mit Rot-Grün zu wählen, hieß es am Wochenende von führenden CDU-Politikern. Damit wachse der Druck auf die Liberalen, sich mit der Union „vernünftig“ zu verständigen. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer fasste diese Überlegung am Sonntag im Deutschlandfunk öffentlich in die Formulierung, die FDP werde es „sehr teuer bezahlen“, sollten die Wähler wieder den Eindruck bekommen, die Liberalen seien wankelmütig. Die FDP würde dann ihren eigenen Bestand in Frage stellen.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle bekräftigte den Anspruch seiner Partei: „Alle Beteiligten wissen, dass die FDP die Option auf einen eigenen Kandidaten hat. Dabei bleibt es.“ Auch in der FDP-Führung wird aber gesehen, dass der SPD-Führungswechsel die Situation verändert hat, auch wenn dort ohnehin nie eine Ampel-Option angestrebt worden sei. Es gelte aber weiter, dass es bei einer Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten keinen „Automatismus“ für einen Unionsbewerber gebe.

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat sich für die Leiterin des Goethe- Instituts und frühere Verfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach oder den Chef der UN-Umweltbehörde Klaus Töpfer als Nachfolger von Johannes Rau ausgesprochen. Am liebsten wäre ihm aber Staatsoberhaupt, das nicht aus der Politik kommt. Eine Kandidatur des Ex–CDU-Chefs Wolfgang Schäuble lehnt Grass ab: „Jemand, der einen Untersuchungsausschuss belogen hat, ist nicht prädestiniert dafür, Bundespräsident zu werden.“

Topmanager deutscher Unternehmen wünschen sich laut einer Umfrage im Auftrag des „Handelsblatts“ hingegen mehrheitlich Schäuble als Bundespräsident. Deutlich dahinter lag Töpfer auf Platz zwei.

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