Politik : Chef der Bundeszentraleunter Beschuss Thomas Krüger soll Auftrag unkorrekt vergeben haben

Werner van Bebber

Berlin - Der SPD-Politiker Thomas Krüger hat die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) auf Tempo und in Schwung gebracht. Vier Jahre lang schien es, als habe der Mann aus dem Osten, Mitgründer der ostdeutschen SPD-Version und ehemaliger Familiensenator in Berlin, damit nur Erfolg. Jetzt aber hat er Ärger. Seine Amtsführung ist in die Kritik geraten, weil Krüger angeblich zu wenig auf die korrekte Form bei der Vergabe eines 200 000-Euro-Auftrags geachtet hat. Das behauptet der „Kölner Stadtanzeiger“. Die Kritik an Krüger stützt sich unter anderem auf Kuratoriumsmitglieder der BPB.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Gisela Piltz hatte als Kuratoriumsmitglied wissen wollen, für welche Veranstaltungen Krüger und seine Mitarbeiter Geld gegeben haben. Hintergrund ihrer Frage sei gewesen, sagt sie, dass die BPB unter Krügers Leitung weniger als früher etablierte Träger politischer Bildung beauftrage. Krüger konnte aber keine Detail-Aufstellung liefern, jedenfalls nicht für die Jahre vor seinem Amtsantritt. Er sagte dazu, bei seinem Amtsantritt habe er Aktenschränke voller Ordner mit Auftragsvergaben gefunden. Es würde Wochen dauern, diese auszuwerten, um die Fragen von Gisela Piltz zu beantworten. Neuerdings schreibe die BPB die Organisation und Kooperation bei Veranstaltungen aus. Dabei sei ein Fehler gemacht worden, den er korrigieren konnte.

Gisela Piltz will über die Angelegenheit in der nächsten Kuratoriumssitzung sprechen. Richtig böse ist sie nicht auf Krüger – genauso wenig wie der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, der CDU- Abgeordnete Ernst Reinhard Beck. „Nach meiner Einschätzung macht Krüger eine gute Arbeit“, sagt Beck. Er begleite die Arbeit der BPB „durchaus kritisch“ und habe in einer Großen Anfrage wissen wollen, welche Bildungsträger die BPB beauftrage. Die Antwort habe gezeigt, dass Krüger offenbar um eine ausgewogene Förderung bemüht sei – von kirchlichen Gruppen bis hin zu den Gewerkschaften. Das Bundesinnenministerium als Aufsichtsbehörde hält eine Prüfung der Vorwürfe für überflüssig.

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