Politik : CSU-Vize Seehofer über Edmund Stoiber: "Nicht nur bei Rückenwind"

Der Unionsfraktionsvize und stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer hält eine Kanzlerkandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Edmund Stoiber trotz dessen bisheriger Absagen für möglich. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" machte Seehofer deutlich, dass Stoiber auch bei einem Stimmungstief für die Union eine Kandidatur nicht ausschließen würde. "Edmund Stoiber ist keiner, der nur bei Rückenwind antritt", sagte der CSU-Vize.

Meinungsforscher trauen auch der designierten CDU-Vorsitzenden Angela Merkel zu, Kanzlerkandidatin der Unionsparteien für die Bundestagswahl 2002 zu werden. Die "Bild"-Zeitung berichtete, Merkel habe aus Sicht der Experten sogar Chancen auf die Kanzlerschaft. Bei den Unionsanhängern hat allerdings der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber einen größeren Rückhalt, ergab eine am Mittwoch von der Zeitung "Die Woche" veröffentlichte Umfrage.

Nach der Befragung des Meinungsforschungsinstitutes Forsa würden sich 73 Prozent der Unionsanhänger für Stoiber entscheiden, sollte er als Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) antreten. Merkel käme dagegen nur auf eine Zustimmung von 66 Prozent bei den CDU/CSU-Wählern. Unter allen Befragten würden sich jedoch 33 Prozent für Merkel und nur 30 Prozent für Stoiber entscheiden. Schröder läge dabei 13 Punkte vor Stoiber, aber nur sieben Punkte vor Merkel.

Die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, sagte der "Bild"-Zeitung, Merkel habe starke Ausstrahlung und Charisma. 50 Prozent der Deutschen hätten eine gute Meinung von ihr. Sie sei auch bei SPD-Frauen beliebt. Klaus-Peter Schöppner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Emnid, sagte: "Deutschland ist reif für einen neuen Politikstil, bei dem Demokratie endlich Politik für Menschen durch Menschen ist und nicht Eigennutz, Technokratie." Diese neue Politik verkörpere Angela Merkel. Wenn zur Tugend auch noch die richtigen Themen kämen, "kann sie sogar Schluss machen mit der deutschen Krankheit Politikverdrossenheit".

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