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Cyberattacken : Offenbar 20 Hacker-Angriffe pro Tag auf Regierungscomputer

Jede Woche versuchen Nachrichtendienste einem Medienbericht zufolge Zugang zu staatlichen Rechnern zu erhalten. Demnach hat die Bundesregierung Hinweise auf russische Spione.

Die Bundesregierung resgistriert täglich etwa 20 hochspezialisierte Cyberangriffe.
Die Bundesregierung resgistriert täglich etwa 20 hochspezialisierte Cyberangriffe.Foto: dpa/ Silas Stein

Die Bundesregierung entdeckt einem Medienbericht zufolge täglich etwa 20 hochspezialisierte Hacker-Angriffe auf ihre Computer. Einer pro Woche habe einen nachrichtendienstlichen Hintergrund, zitiert die "Bild"-Zeitung aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Zudem gebe es immer wieder Hinweise, dass russische Spione Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten anwerben wollten. Bei zwei Attacken auf den Bundestag und deutsche Parteien deute "eine Vielzahl von Indizien auf eine russische Urheberschaft hin". Bei zwei Attacken auf den Bundestag und deutsche Parteien deute "eine Vielzahl von Indizien auf eine russische Urheberschaft hin".

Die US-Geheimdienste werfen Russland eine direkte Einmischung in den Wahlkampf durch staatlich unterstützte Hacker vor. Im Dezember war die Einschätzung des Geheimdienstes CIA bekannt geworden, dass russische Hacker im Präsidentschaftswahlkampf gezielt das System des demokratischen Parteivorstands angegriffen hätten, um den Republikaner Donald Trump zum Sieg über die Demokratin Hillary Clinton zu verhelfen.

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, warnte angesichts der Bundestagswahl in diesem Jahr bereits vor aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffen und Desinformationskampagnen.

Saarlands Innenminister warnt vor Hackern im Wahlkampf

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) warnte unterdessen vor Manipulationen russischer Hacker im Bundestagswahlkampf. „Ich schätze die Bedrohung sehr hoch ein“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Innenministerkonferenz der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei „eine der wichtigsten Personen in der Weltpolitik. Und wenn es gelingen würde, hier zu destabilisieren, dann wäre das für den einen oder anderen natürlich eine interessante Angelegenheit“.

Wegen möglicher Hackerangriffe seien „alle alarmiert“: Der Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt und die Fachbehörden. „Die sind alle darauf eingestellt, dass so etwas kommen kann“, sagte Bouillon. Problematisch sei, dass Deutschland in „diesen Dingen der Cyberkriminalität hinterher hinkt“. „Wir haben einen Nachholbedarf, da müssen wir jetzt dran.“

Das interne Datennetz des Deutschen Bundestags war im Frühjahr 2015 Ziel eines massiven Cyberangriffs. „Einen solchen Angriff auf das Netz des Bundestags über mehrere Tage hat es noch nicht gegeben“, erklärte damals die Vorsitzende der IT-Kommission und Parlaments-Vizepräsidentin Petra Pau (Linke). Vergangenen Sommer attackierten Hacker die Bundestagsfraktionen von SPD und Linkspartei sowie mehrere Politiker. (Reuters/dpa)

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