Politik : D-Mark: Ins Schatzkästchen

m.m.

Vorbildlich. Abschmiedsschmerz von der D-Mark hat Johannes Rau nicht gehabt. In der Familie des Bundespräsidenten wurde das restliche Münzgeld eingesammelt. Rau steckte es, wie er dem Tagesspiegel sagte, in eine Sammelbüchse des Roten Kreuzes, die in der Kantine des Präsidialamtes steht. Zwei DM-Münzen hatte Hans Eichel zuletzt noch im Portemonnaie. Eine übergab der Finanzminister dem Präsidenten der Stiftung "Haus der Geschichte", Hermann Schäfer - und dazu die letzten DM-Prägestempel der deutschen Münzstätten. Die andere bekam seine Tochter geschenkt.

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Auch Claudia Roth, die Vorsitzende der Grünen, gab ihre letzte Mark nicht aus: "Sie kommt in mein privates Schatzkästlein. Darin sind schon mein erster Milchzahn, ein Weisheitszahn sowie ein Bildchen von Oma und Oma." Ihr Parteifreund, der Ex-DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz, derweil hat schon vergessen, wo er die letzte D-Mark ausgab. Dafür kann er Geschichten erzählen, wie er 1990 die letzten Alu-Chips im Palast der Republik auf den Kopf gehauen hat.

Emotionslos waren auch andere. Knapp berichtet FDP-Chef Guido Westerwelle: "Ich habe meine letzte D-Mark als Trinkgeld einem Taxifahrer gegeben." Der Chef der PDS-Bundestagsfraktion, Roland Claus, erlebte zum Jahreswechsel den Wechsel vom Schilling zum Euro - und auch seine letzte Mark wurde er in einem Ski-Restaurant in Österreich los. Und Günther Nooke, Vizechef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat sein letztes Zwei-Mark-Stück einem Fahrer des Parlaments als Trinkgeld anvertraut.

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