Politik : DDR-Topspion: "Topas" vorzeitig entlassen - Rainer Rupp hatte sieben Jahre Haft verbüßt

Der unter dem Decknamen "Topas" bekannt gewordene DDR-Topspion Rainer Rupp ist am Donnerstag nach Verbüßung von sieben Jahren Haft vorzeitig entlassen worden, wie das saarländische Justizministerium bestätigte. Der 55-Jährige war zuletzt in Saarlouis im offenen Strafvollzug. Der im Sommer 1993 enttarnte und verhaftete Spion hatte als Mitarbeiter der Nato-Zentrale in Brüssel von 1977 bis Ende 1989 hochbrisante Geheimnisse des westlichen Bündnisses an die DDR verraten.

Rupp war geständig und wurde am 17. November 1994 vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Freiheitsentzug und zur Rückzahlung von 300 000 Mark Agentenlohn verurteilt. Laut Anklage hatte er 600 000 Mark kassiert. Die Untersuchungshaft wurde angerechnet.

Der Rest der Strafe ist auf Bewährung ausgesetzt worden. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, Eva Schübel, erklärte, es sei üblich, verurteilte Spione nach Verbüßung von der Hälfte bis zwei Dritteln der Strafe freizulassen.

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