Politik : Der FPÖ-Vorsitzende nennt seine früheren Aussagen über Hitler "unsensibel"

FPÖ-Chef Jörg Haider hat sich am Freitag in einer Grundsatzrede in der Wiener Hofburg von jeder Art von Rassismus und Nationalsozialismus distanziert. Der Vorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs (ÖVP) entschuldigte sich bei jüdischen Mitbürgern, die er mit "missverständlichen Äußerungen" zum Nationalsozialismus verletzt habe. Haider betonte zugleich, dass er "mit jeder Faser seines Herzens ein begeisterter österreichischer Demokrat" sei, der "niemals braune Schatten akzeptieren" werde. Wo die FPÖ regiere, müsse niemand das Land verlassen.

Zur Kritik an seiner Person sagte der FPÖ-Chef nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA, "wer hohe moralische Ansprüche stellt, darf bei sich selbst keine Ausnahme machen". Deshalb tue ihm manche unsensible und missverständliche Äußerung Leid, die die Gefühle von Menschen verletzt habe, deren Angehörige dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen seien. Dies entspreche nicht seinen Wertvorstellungen von Toleranz. Gleichzeitig stellte Haider klar, dass sich die FPÖ dagegen verwahre, die Kriegsgeneration pauschal zu verurteilen: "Es kann nicht sein, dass ihre Geschichte geschrieben wird als wäre es ein einziges Verbrecheralbum", sagte der 49-Jährige.

Haider war wegen seiner Äußerungen zum Nationalsozialismus wiederholt in die Kritik geraten. Er hatte etwa eine "ordentliche Beschäftigungspolitik" Hitlers gelobt, Konzentrationslager als Straflager bezeichnet und Mitglieder der Waffen-SS als anständige Menschen mit Charakter gelobt, denen Ehre und Anerkennung gebühre.

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