Politik : Der schroffe Kronprinz

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Nach der üblichen Thronfolge ist Günther Oettinger seit langem Kronprinz. Seit sehr langem sogar: Der Schwabe hat Erwin Teufel als Fraktionschef die ganze Zeit über den Rücken freigehalten, während der als Ministerpräsident regierte. Dass Oettinger dann hinter dem Rücken des Älteren immer deutlicher das Messer wetzte, hat seinem Rückhalt in den offiziellen Gremien keinen Abbruch getan. Und auch draußen im Land darf der 51Jährige mit gewissem Verständnis für seine Ungeduld rechnen. Ein Volksliebling ist er aber nicht. Sein präziser analytischer Verstand wird allseits anerkannt, seine Art empfinden viele als schroff. Oettinger hat bundesweit einen gewissen Bekanntheitsgrad errungen, da er sich schon mal getraut hat, Helmut Kohl zum Rückzug aufzurufen. Die einstigen Kumpel aus der Jungen Union, Roland Koch, Christian Wulff und Peter Müller, sind heute an der Spitze ihrer Länder. Oettinger fand, für ihn sei es auch an der Zeit. Ob ihm der Ruch des

„Königsmörders“ gefährlich werden kann, ist noch schwer abzusehen. bib

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