Politik : Dichter und Denker

Esther Kogelboom

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Dichten die Deutschen zu viel? Denkt Manfred Stolpe zu viel? Klappt es vielleicht deswegen nicht mit der Maut? „Deutschland, das Land der Dichter und Denker, schafft nicht mal eine Maut“, sagt FDP-Chef Guido Westerwelle. In Österreich jedenfalls, da habe die Einführung der Autobahn-Gebühr ohne größere Schwierigkeiten geklappt. Wird in unserem sympathischen Nachbarland womöglich nicht so viel gedacht? Sind die Österreicher einfach weniger verkopft und gehen den Gebühren-Einzug auf ihren Autobahnen eher unterbewusst-träumerisch an? Schmarrn. Die Österreicher haben Bernhard und Bachmann, Handke und Jandl, Ransmayr und Jelinek, Grissemann und Stermann. Es wird eigentlich fast schon zu viel gedacht. Und die Österreicher bleiben trotzdem auf dem Boden. In Deutschland müssen immer gleich Satelliten angefunkt werden, im Land der Topfenpalatschinken tun es auch schlichte Mikrowellen.

Lkws brauchen nur eine kleine Schachtel, und wenn sie an einer der Kontrollstellen vorbeifahren, funkt es irgendwie. Dem Staat soll die Funkerei im Jahr 600 Millionen Euro bringen. Es heißt, das Geld werde überwiegend für die Förderung junger, begabter Schriftsteller ausgegeben.

Der Betreiberchef des neuen Maut-Systems hat schon geäußert, im Prinzip sei es total einfach, die Mikrowellen auch in Deutschland fließen zu lassen. Das hat er in den Fernsehnachrichten gesagt, und er hat dabei probiert, völlig unhämisch rüberzukommen. Ist ihm nicht ganz gelungen. Er wirkte überlegen und stolz. So wie jemand, der das Richtige getan hat. Wir können ziemlich viel lernen von den Österreichern. Grübel … grübel …

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