Politik : Die Bundesregierung weiß sich der iranischen Taktik nicht zu erwehren (Kommentar)

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Meldung aus der rechtsfreien Zone: Das Schicksal des Geschäftsmannes Hofer bleibt ungewiss. Eine alte Meldung. Seit über zwei Jahren ist dem so. Freispruch hin, Freispruch her, Aufhebung der Anklage hin, Aufhebung her. Iran führt seit Hofers Verhaftung eine üble Willkürherrschaft vor - gnadenlos, brutal, verächtlich, aber mit Kalkül. Die Bundesregierung, eine rot-grüne, weiß sich der Despoten Unart - aus Dilettantismus, Unerfahrenheit oder Opportunismus - nicht zu erwehren. Im Frühjahr hatte das Außenamt gar die Bundesanwaltschaft bewegt, den Haftbefehl gegen einen Spion Irans so lange auszusetzen, bis Hofers Wiederaufnahmeprozess stattfand. Statt der erwünschten Belohnung, des Freispruchs, kam ein böses Signal aus Iran: Lasst unseren Mann laufen, sonst geht es Hofer an den Kragen. Berlin will darauf vertrauen, mit Chatami einen verlässlichen, ja rechtstaatlich denkenden Gegenpart an der Strippe zu haben. Doch falsch verbunden. Das böse Spiel mit und um Hofer bleibt weiter die einzige Kontinuität Irans im Umgang mit der Zivilisation: Rache statt Recht, Folter statt Wahrheitsfindung. Rache für Mykonos und die Verhaftung des Spions. Und Folter für Hofer. Zum Katz-und-Maus-Spiel gehören indes zwei. Der Bundesregierung will es nicht gelingen, die Rolle der Maus abzuschütteln. Das ermuntert Iran. Und Hofer liest weiter immer wieder die alte Meldung: Schicksal ungewiss.

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