Politik : Die mentale Distanz bleibt groß (Kommentar)

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Der "Norden" ist den Deutschen mit dem Umzug der Regierung nach Berlin näher gekommen, sagt die dänische Königin. Geographisch stimmt das. Aber sonst? Die mentale Distanz zu Schweden, Norwegen, Finnland und Island bleibt groß. Eher kennt man Dänemark, seine Küsten, Kopenhagen - und Hamlet natürlich. Stockholm liegt hoch im Norden, Finnland hat eine unverständliche Sprache und Mücken, Norwegen ist regnerisch und riesig. Und Island? Wie die Azoren, nur ganz oben. Vor lauter Sehnsucht nach Süden, Westintegration und Osterweiterung ist der Norden ins Abseits geraten. Dabei liegt der geographische Mittelpunkt Europas in Südschweden. Trotz ihrer insgesamt nur 23 Millionen Menschen verdienen diese Länder mehr Aufmerksamkeit. Wir können von ihnen lernen. Auf dem Weg in die nachindustrielle Gesellschaft sind sie uns ein gutes Stück voraus. Auf der Suche nach dem gerechten und finanzierbaren Sozialstaat haben sie Fehler korrigiert - auch wenn das vielen weh tat. Common Sense, gesunder Patriotismus und ein gemeinsames Interesse an Lösungen, die dem Wohl des Landes dienen, das ist der gemeinsame Nenner. Dazu können Majestäten beitragen, aber überzeugende Präsidenten tun es auch.

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