Politik : Die Musterschülerin Der Wackelschüler

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Aus ihr hätte eine Hamburger Deern werden können. Aber Angela Dorothea Kasner hat nur wenige Wochen nach ihrer Geburt am 17. Juni 1954 im Arbeiterbezirk Barmbek gelebt. Dann ging der

Vater Horst mit der Familie im Auftrag der Evangelischen Kirche in die DDR. Aufgewachsen auf dem Waldhof bei Templin, einer Einrichtung der Kirche, fern von der typischen Hort- und Kindergartenzeit – „über meiner Kindheit lag kein Schatten“, hat sie selber später gesagt. Die Schule? Kein Problem

in allen Fächern. Sie war Einserabiturientin.

Nach Bildern aus der eigenen Jugend mag er im Moment nicht suchen. „Ich habe anderes zu tun“, gibt Peer Steinbrück unwirsch zurück, wenn man ihn danach fragt. Über sich und seine Befindlichkeit redet er ohnehin ungern. Manchmal aber gibt er kleine Einblicke in die frühen Jahre. Drei Frauen stehen im Mittelpunkt: seine Großmutter, die

Mutter – beide mit dänischen Wurzeln – und seine

Englischlehrerin Christel Braun, die ihn förderte. „Junge, du muss etwas machen, wo du quatschen kannst“, sagt seine Mutter früh. In der Familie sind die Naziverbrechen und das schnelle Vergessen nach dem Krieg ein Thema – das ist nicht überall so. „Die Miefigkeit, die Doppelbödigkeit dieser Zeit hat mich geprägt“, erzählt Steinbrück, geboren am 10. Januar 1947. Die Schullaufbahn ist

wenig erfolgreich, in der Mittelstufe droht gar der Absturz. Auf der Handelsschule gelingt ihm 1968 das Fachabitur. In jenen bewegten Jahren hat er erste Demonstrationen gegen Springer hinter sich.

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