Politik : „Die SPD wird noch zulegen müssen“

Frau Göring-Eckardt, es ist Sonntagabend 19.30 Uhr. Noch ist das Wahlziel Rot-Grün in Niedersachsen nicht erreicht. Wie bewerten Sie das?

Für die Grünen ist das ein sensationell gutes Ergebnis in einem Flächenland. Wir haben soviel dazu gewonnen, wie Schwarz-Gelb verloren hat. Wir haben in den Städten und auch auf dem Land dazugewonnen.

Gibt es Rückenwind für Rot-Grün bei der Bundestagswahl?

Ja, für die Grünen definitiv. Es kommt auf starke Grüne an. Dass ist ein echter Ansporn. Wir werden in den nächsten Monaten kämpfen und werben für die Zweitstimme Grün.

Sind Sie mit dem Abschneiden der SPD zufrieden?

Das ist ja nun nicht vorrangig unsere Angelegenheit. Wir machen unseren Wahlkampf. Klar ist aber auch, dass die SPD in Niedersachsen zugelegt hat. Wir können das zusammen schaffen. Das wird für uns Grüne heißen, dass wir einen eigenständigen Wahlkampf führen mit einem eindeutigen Ziel: Wir wollen einen echten Politikwechsel. Wir wollen Rot-Grün aus inhaltlichen Gründen und nichts anderes.

Gerade in Niedersachsen sahen die Umfragewerte für Rot-Grün noch vor Wochen gut aus. Das hat sich geändert. Führen Sie das auf Patzer zurück, die sich SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück geleistet hatte?

Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, wie die Wahl am Ende ausgeht. Und die SPD hat auch einen Zugewinn zu verzeichnen. Aber eines ist auch klar: Die SPD wird noch weiterhin zulegen müssen. Für den Wechsel bleibt es entscheidend, dass wir Grüne ein ähnlich hervorragendes oder sogar noch besseres Ergebnis erzielen.

Bei welchen Themen wollen sich die Grünen noch stärker profilieren?

Zentrales Thema wird die Energiewende bleiben. Genauso wichtig ist die Frage der sozialen Gerechtigkeit. Wir wollen Kinderarmut und Altersarmut bekämpfen. Wir wollen die Frauenquote, außerdem das Ehegattensplitting abschmelzen, eine Kindergrundsicherung und ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben.

– Das Gespräch führte Sabine Beikler.

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