Politik : Die USA knüpfen die Hilfe für Moskau nun an Bedingungen

Die USA wollen angesichts der Korruptions- und Geldwäschevorwürfe gegen den Kreml und russische Regierungspolitiker die Vergabe weiterer Kredite an Russland stoppen. "Die USA werden die Auszahlung der nächsten Rate nicht ohne angemessene Sicherheiten dafür befürworten, dass die Mittel korrekt ausgegeben und abgerechnet werden", sagte US-Finanzminister Lawrence Summers der Zeitung "USA Today". Er räumte jedoch ein, dass es bisher keine Beweise für einen Missbrauch von Kreditgeldern gebe.

Die russische Regierung reagierte auf die Äußerungen Summers zurückhaltend. "Wenn jemand aus politischen Überlegungen die Sache aufbauschen will, soll er dies tun", wurde Ministerpräsident Wladimir Putin am Mittwoch von der Nachrichtenagentur Itar-Tass zitiert. Außenminister Igor Iwanow dagegen übte scharfe Kritik an den westlichen Medienberichten. "Es handelt sich um die Politik gewisser Kreise, die nicht wollen, dass Russland seine Rolle einer Weltmacht festigt", sagte er.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesaußenminister Joschka Fischer sehen bisher keinen Anlass, die internationalen Hilfen an Russland in Frage zu stellen. Fischer mahnte in einem RTL-Interview eine rasche und bedingungslose Sachaufklärung an, warnte zugleich aber vor einer Abkehr von den Kreditprogrammen für Rußland. "Wir können uns keine substanzielle Verschlechterung unseres Verhältnisses oder gar eine Instabilität Russlands leisten", sagte Fischer am Mittwoch. "Wir müssen uns auf Russland als Partner verlassen". Schröder hatte vor Journalisten erklärt, er betrachte die Ermittlungen nicht ohne Sorge.

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