Politik : „Die Vätermonate sind ein Muss“

Frauen aus Union und SPD verteidigen Pläne für das Elterngeld / DGB sieht Probleme bei Firmen

Cordula Eubel,Dagmar Dehmer

Berlin - Familienpolitikerinnen der großen Koalition beharren darauf, dass das Elterngeld mit den umstrittenen „Vätermonaten“ eingeführt wird. Die SPD-Politikerin Christel Humme knüpfte die Zustimmung der SPD-Fraktion daran, dass die zwei Monate kommen. Auch für Unions-Fraktionsvize Ilse Falk (CDU) sind die Vätermonate „ein absolutes Muss“.

Mehrere CDU-Ministerpräsidenten und CSU-Politiker hatten die Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) attackiert. Das Elterngeld soll 12 Monate lang gezahlt werden, wenn beide Partner ihren Job für die Kinderbetreuung unterbrechen. Pausiert nur der Vater oder die Mutter, soll es nur zehn Monate lang Elterngeld geben. CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte die Pläne als staatliche Bevormundung kritisiert.

Die CDU-Politikerin Falk sagte dem Tagesspiegel, junge Väter würden dabei unterstützt, eine Auszeit für das Kind gegenüber ihrem Arbeitgeber durchzusetzen. Es sei inzwischen selbstverständlich, dass Frauen und Männer zum gemeinsamen Familieneinkommen beitragen. Nun müsse es selbstverständlich werden, dass sich auch beide um die Kinder kümmern. „Der Staat will Eltern keine Vorschriften machen, sondern ein Angebot.“

Humme sagte dem Tagesspiegel, auf die Vätermonate „können wir auf keinen Fall verzichten“. Es sei auch denkbar, dass die Leistung für 14 statt für 12 Monate gezahlt werde. Es müsse aber geklärt werden, ob dies finanzierbar sei. Söder hatte angeregt, für 12 Monate Elterngeld zu zahlen und einen 13. Monat als „Partnerschaftsbonus“ zu zahlen, wenn der Vater zu Hause bleibt.

Der Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Hilmar Höhn, sagte dem Tagesspiegel: „Die Vätermonate würden bestimmt dem einen oder anderen die Entscheidung erleichtern.“ Er wies aber darauf hin, dass es angesichts des Arbeitsplatzmangels eine große Bereitschaft gebe, Privates hinter Dienstliches einzuordnen. Außerdem bezweifelt Höhn, dass die Unternehmen es den Vätern leichter machen, sich eine Auszeit für die Familie zu nehmen. Die Arbeitsgeberverbände ihrerseits diskutieren derzeit über ein Positionspapier, wie Deutschland kinderfreundlicher werden könnte. Friedrich Kästner von der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin/Brandenburg sagte dem Tagesspiegel: „Auch bei den Firmen muss ein Umdenken einsetzen.“

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