Politik : Die Westdeutsche Landesbank: das bedeutendste öffentliche Kreditinstitut in Deutschland

Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB) ist die größte Bank öffentlichen Rechts in Deutschland. Gemessen an der Bilanzsumme von 693 Milliarden Mark im Jahre 1998 ist sie die Nummer vier unter Deutschlands Kreditinstituten.

Der weltweit agierende Düsseldorfer Konzern hat mehr als 10 000 Mitarbeiter, ein Drittel davon im Ausland. Vorstandschef ist seit 1981 der Industriekaufmann Friedel Neuber. Der inzwischen 64-Jährige war früher Juso-Chef in Nordrhein-Westfalen (NRW) und jahrelang SPD-Abgeordneter.

Die WestLB hat drei Aufgaben: Als universelle Geschäftsbank konzentriert sie sich auf private und öffentliche Großkunden. Als Sparkassenzentralbank für Nordrhein-Westfalen und Brandenburg bietet sie den Sparkassen Dienstleistungen vom Wertpapiergeschäft bis zum Auslandszahlungsverkehr an. Als NRW-Staats- und Kommunalbank unterstützt sie das Land bei der Umsetzung seiner Wirtschafts- und Wohnungsbaupolitik.

Das Land ist mit 43,2 Prozent Haupteigentümer der Bank. Sparkassen- und Giroverbände sowie Landschaftsverbände der Kommunen halten den Rest. Mit einer Fülle von Beteiligungen reicht der Einfluss der WestLB weit über das Bundesland hinaus und in verschiedene Branchen hinein. Das Institut hält zum Beispiel reichlich Anteile an Preussag (33 Prozent), Deutsche Babcock (zehn Prozent) und VEW (zehn Prozent). Auch bei REW hat Neuber als Aufsichtsratschef das Sagen, bei Thyssen-Krupp ist er einfacher Kontrolleur. Sanierungen wie bei Gildemeister und Babcock wären ohne das traute Zusammenspiel zwischen Landesregierung und WestLB nie gelungen. Jüngst erwarb die WestLB die Einzelhandelsimmobilien der Metro AG.

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