Politik : Die WM beginnt mit einer Sensation

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Ohne Superstar Zinedine Zidane ist Titelverteidiger Frankreich zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft von WM-Neuling Senegal entzaubert worden. Der Turnier-Favorit verlor am Freitag das Eröffnungsspiel vor 63 000 Zuschauern in Seoul gegen Afrikas Vizemeister mit 0:1 (0:1) und ist damit vor seiner zweiten Partie in der Gruppe A am kommenden Donnerstag gegen Uruguay schon mächtig unter Druck geraten. Das erste Turniertor durch Pape Bouba Diop nach einer halben Stunde besiegelte die größte Sensation zum WM-Start seit dem Erfolg Kameruns 1990 gegen Argentinien und bescherte den Franzosen zugleich die erste Endrunden-Niederlage seit 16 Jahren.

Dass sich die Auftaktpartie nahtlos in die Reihe der enttäuschenden Eröffnungsspiele vergangener Weltmeisterschaften einfügte, lag weniger am Neuling aus Afrika, als vielmehr an den Franzosen. Bis auf einen Drehschuss von David Trezeguet, der vom Pfosten zurückprallte, ging von den Franzosen eine Halbzeit lang keine Torgefahr aus.

Ganz anders präsentierte sich Afrikas Vizemeister. Der Sieg für die Elf von Trainer Bruno Metsu vor stimmungsloser Kulisse war vollauf verdient, auch wenn der Treffer auf glückliche Weise zu Stande kam. Nach einem Flankenlauf von Diouf auf der linken Seite misslang Emmanuel Petit der Rettungsversuch vor dem eigenen Tor und der 24-jährige Bouba Diop bedankte sich mit dem 1:0. Der Angreifer des RC Lens hatte in der WM-Qualifikation nur 13 Minuten lang zur Endrunden-Teilnahme beigetragen.

Vom Rückstand geschockt erhöhten die Franzosen endlich das Tempo. Das Tor der Senegalesen rückte mehr und mehr in den Brennpunkt, doch Djorkaeffs Schuss und dem Versuch von Thierry Henry blieben ohne Erfolg. Beim Heber von Henry (66.) verhinderte die Latte den Ausgleich.

Vor dem Anpfiff wurde das größte Sportereignis Asiens seit 1988 mit einer halbstündigen Eröffnungsfeier gestartet. Eine halbe Milliarde Menschen an den Fernsehern in aller Welt verfolgten die Show mit 2300 Darstellern. Diese stand unter dem Motto „Aus dem Osten“ und präsentierte die zwei Antagonismen des Kontinents: Tradition und Moderne. Zur Show gehörte auch der koreanische Trommeltanz „Samulnori“. Die mit elektronischen Klängen gemischten Rhythmen der Schlagzeuger hallten dabei von den Rängen zurück, auf denen 60 000 Mini-Trommeln verteilt worden waren.

Offiziell eröffnet wurde die erste WM in zwei Ländern von Südkoreas Staatspräsident Kim Dae Jung. „Durch die Fußball- Spiele wird sich die ganze Welt vereinen, unabhängig von Abstammung und Religion“, sagte Kim. Japan, der zweite Ausrichter, war durch Premierminister Junichiro Koizumi und Prinz Takamado vertreten. Kaiser Akihito hatte eine Einladung abgelehnt. Aus aller Welt waren 1000 Ehrengäste entsandt worden, Nordkorea schickte allerdings keinen Vertreter.

Der soeben wiedergewählte Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph Blatter, musste sich bei seiner Ansprache Pfiffe von den Zuschauern anhören. Da Blatter unter Korruptionsverdacht steht, hatte seine Wahl innerhalb der Fifa zu heftigen Auseinandersetzungen geführt.

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