Politik : Drei Geschichten vom Rechtsextremismus (Kommentar)

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Drei Nachrichten, eine Geschichte. Erstens: Der Verfassungsschutz warnt vor einer stark wachsenden Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten, vor allem im Osten. 9000 sind es jetzt nach den letzten Erkenntnissen, fast zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zweitens: Der Prozess um die Hetzjagd von Guben schleppte sich soeben über den 51. Verhandlungstag. Ein Ende ist nicht in Sicht, eine anhaltende Verhöhnung des Opfers gewiss. Drittens: Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Landgerichts Neuruppin gegen einen Rechtsextremisten aufgehoben. Der Mann war nur wegen Brandstiftung belangt worden, obwohl in der Imbissbude, die er angezündet hatte, ein Türke mit seinen beiden Kindern zu Gast war. Der Täter muss noch mal vor Gericht - diesmal wegen versuchter Tötung. Drei Nachrichten, eine Geschichte: Wie sich Rechtsextremismus ausbreitet, warum er sich ausbreitet - und wie er einzudämmen ist. Der Bericht der Verfassungsschützer belegt, dass rechte Schläger keine vorübergehende Erscheinung sind. Der Prozess um die Hetzjagd von Guben macht diesen Leuten Mut. Die Anklage-Korrektur aus Karlsruhe macht ihnen Angst. Sie hilft, den Schlamm auszutrocknen, in dem sie sich fröhlich suhlen. Es geht um Gewaltverbrecher, nicht um die dummen Jungs von nebenan.

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