DRESDNER HISTORIKERKOMMISSION : Maximal 25 000 Opfer

Die Zerstörung Dresdens durch Luftangriffe der Alliierten Mitte Februar 1945 hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Stadt eingegraben. Und seit jenen Tagen der Bombardements wird über die Zahl der Opfer gestritten. Denn schon im März 1945 hatte das Auswärtige Amt die deutschen Gesandtschaften im neutralen Ausland angewiesen, die Zahl der Toten auf 200 000 zu beziffern. Eine viel zu hohe Angabe, die sich aber in zahlreichen späteren Publikationen wiederfand. In den propagandistischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit war nicht selten gar von einer Million Toten die Rede. Im Jahr 2004 beauftragte der Dresdner Oberbürgermeister eine unabhängige Historikerkommission, die umstrittene Frage umfassend zu untersuchen. Ergebnisse präsentierte die Kommission Anfang Oktober 2008. Die Experten konnten 18 000 Dresdner Luftkriegstote nachweisen. Insgesamt seien

maximal 25 000

Menschen während der Luftangriffe ums Leben gekommen. Die Kommission habe „keine Beweise oder belastbaren Indizien dafür gefunden, dass die Zahl der ... getöteten Menschen – auch unter Einbeziehung nichtidentifizierter oder unbekannter Opfer – wesentlich ober- oder unterhalb des angegebenen Bereiches liegen könnte“, heißt es in der Erklärung. Die Fachleute wiesen anhand der dokumentierten Bergungen in mehr als 600 Dresdner Straßen die Vermutung zurück, viele Tausend Tote könnten in den Kellern verblieben sein. Und „keine Anhaltspunkte“ seien für die Vermutung gefunden worden, im nächtlichen Feuersturm könnte eine Vielzahl von Menschen rückstandslos verbrannt sein. Die Kommission schloss auch „mit Sicherheit“ aus, dass – wie oft behauptet – Zehntausende nicht gemeldete Flüchtlinge ums Leben gekommen seien. Es gebe auch keine schlüssigen Belege für die Annahme, dass viele Menschen durch Tiefflieger getötet worden seien. sc

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