Dschihad : Terrorvideo stammt nicht von Al Qaida

Erste Erkenntnisse zum neuen Terrorvideo: Die Aufnahmen, in denen ein Vermummter in deutscher Sprache "Überraschungspakete an die Besatzungsmächte" ankündigt, sind offenbar nicht dem Terrornetzwerk Al Qaida zuzurechnen.

Terrorvideo
Ein neues Terrorvideo ist aufgetaucht. -Foto: AFP

Karlsruhe/BerlinDas neue islamistische Terrorvideo stammt nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler aus anderer Quelle als eine kürzlich auf Deutsch im Internet veröffentlichte Drohbotschaft. "Nach vorläufiger Bewertung handelt es sich um ein Video aus dem Kreis der Islamischen Dschihad-Union", kommentierte Frank Wallenta, Sprecher der Bundesanwaltschaft, am Mittwoch in Karlsruhe das am Dienstag aufgetauchte Video. Ein vor anderthalb Wochen aufgetauchtes Video wird dagegen dem Terrornetzwerk Al Qaida zugerechnet.

Darin hatte ein deutsch sprechender Islamist - der als Bekkay H. identifiziert wurde, ein Deutscher marokkanischer Herkunft - Deutschland direkt zum Abzug seiner Soldaten aus Afghanistan aufgefordert. Gegen ihn ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung Al Qaida. Das Terrornetzwerk unterhält zwar Kontakte mit der Islamischen Dschihad-Union (IJU), diese wird aber als eigenständige Gruppe eingestuft.

"Der Verbündete muss immer mit Angriffen rechnen"

Die neue Verlautbarung wird derzeit durch das Gemeinsame Internetzentrum (GIZ) ausgewertet, teilte Stefan Paris, Sprecher des Bundesinnenministeriums, in Berlin mit. Aus Sicht des Ministeriums bestätigt das Video die neue Qualität der Bedrohung für Deutschland. Wie bereits bei den jüngsten Veröffentlichungen der Islamischen Bewegung Usbekistans und der Al-Qaida-Medienstelle "Al-Sahab" werde auch in diesem Video eine deutschsprachige Person eingesetzt.

Das Video war am Dienstag im Internet aufgetaucht. Darin droht nach einem ARD-Bericht einer der Vermummten in deutscher Sprache: "In diesem Jahr haben wir ein paar Überraschungspakete an die Besatzungsmächte vorbereitet. Denn der Verbündete der Besatzungsmächte muss immer mit unseren Angriffen rechnen." (mpr/dpa)

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